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Nahe Zeitung, 23.04.2005

Marathonlauf steht bevor
Prekäre Finanzlage macht Gimbweiler zu schaffen - Manfred Dreier empfahl Dorferneuerungskonzept

Zu einem Dorferneuerungskonzept und einer Spielleitplanung riet Bürgermeister Dreier der Gemeinde Gimbweiler in der Einwohnerversammlung, an der auch Landtagsabgeordneter Noss teilnahm.

GIMBWEILER. Mit einem Marathonlauf verglich Ortsbürgermeister Martin Samson in der Einwohnerversammlung, was die Gemeinde Gimbweiler in den nächsten Jahren zu bewältigen hat. Binnen achteinhalb Minuten fasste der "OB" die in den neuneinhalb Monaten Amtszeit verwirklichten Maßnahmen und die aktuellen Probleme zusammen. In Eigenleistung brachten die Gimb-weilerer den Spielplatz auf Vordermann, setzten die Brandschutzauflagen im Gemeinschaftshaus um und erneuerten die Straßenschilder. Im Mai entsteht der Rad- und Gehweg zum Sportplatz. Neu gestaltet wird der Friedhof.

Teure Sanierung
Auf dem "historisch gewachsenen Platz" in der Ortsmitte, wo die alte Kelter zusehends verfalle, sieht das Dorfoberhaupt Bedarf für Lagerraum, Toiletten und Küchenzeile. Dort finden Aktivitäten wie der Weihnachtsmarkt und das Brückenfest der Feuerwehr statt. Jährlich verursache das Gemeinschaftshaus ein kassenwirksames Defizit von rund 6000 Euro, eine Sanierung koste mehr als 300 000 Euro, gab Samson zu bedenken. Angesichts einer Schuldenlast von 125 000 Euro und eines neuerlichen Fehlbedarfs im Verwaltungsetat habe die 440-Seelen-Gemeinde "überhaupt keinen Handlungsspielraum", klagte der 58-Jährige.
Vorzüge wie eine gesunde soziale Struktur, niedrige Mieten und Grundstückspreise, eine rege Vereinstätigkeit und einen hohen Erholungswert könnten der ländliche Raum und speziell Gimbweiler in die Waagschale werfen, warnte Bürgermeister Manfred Dreier trotz der prekären Finanzlage vor Resignation. Wärmstens empfahl er den 30 Anwesenden ein Dorferneuerungskonzept und eine Spielleitplanung mit den Kindern und Jugendlichen. Dorferneuerung lebe von der Mitwirkung der Bürger: "Sie ist ein mühevoller, zeitintensiver und manchmal auch steiniger Weg." Gimbweiler besitze Chancen im Tourismus, "eventuell in Kooperation mit saarländischen Kommunen", meinte der Verwaltungschef.
Bei einer weiterhin wachsenden Weltbevölkerung gehen die Einwohnerzahlen in Europa, Deutschland, Rheinland-Pfalz und besonders stark im Kreis Birkenfeld zurück, erklärte der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss. Lange hätten Politik, Wirtschaft und Verwaltung die demographischen Prognosen und deren Auswirkungen verdrängt. Fragen wie die Zukunft der Schulen und Kindergärten sowie die Selbstversorgung rückten in den Vordergrund - Orte mit guter Infrastruktur hätten die besten Perspektiven. Als "A und O" betrachtet der MdL, Heimatgefühl zu vermitteln.

B-41-Trasse nutzen
"Man hätte schon vor Jahren Dorferneuerungsgemeinde werden müssen", befand Werner Bill. "Das Ganze hört sich an wie ein Trauerspiel", zeigte sich Dietmar Heidrich irritiert und wies auf die in der Vergangenheit getätigten Investitionen hin: "Der Schuldenstand kommt nicht von ungefähr." Außerdem mahnte er an, eine Jugendvertretung zu installieren: "Unser Jugendraum läuft weitgehend problemlos." Zuerst würden dazu in der nächsten Woche die Jugendlichen gehört, erwiderte Samson. Auf der nicht realisierten B-41-Umgehung bis Neubrücke einen Rad- und Wanderweg zu bauen, schlug der 2. Beigeordnete Gerd Linn vor.
Was Arbeitsplätze betrifft, glaubte Eckhard Fabian "ein bisschen Ratlosigkeit im Raum" auszumachen. Große Würfe erwarte er nicht, "viel Kleinarbeit" sei notwendig, entgegnete Dreier mit Blick auf die schwierige Konjunktur. "Politik kann keine Arbeitsplätze schaffen, sondern nur gute Voraussetzungen dafür", fügte Noss hinzu. (ks)