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Nahe Zeitung, 14.11.2005

Keiner hat Landtagsticket sicher

Die SPD wählte am Samstag Hans Jürgen Noss auf den 41. Platz ihrer Landesliste - Wolfgang H. München ist bei der CDU 46.
Höchst unwahrscheinlich ist auch in Zukunft eine doppelte Vertretung des Kreises Birkenfeld im Landtag, denn kein Direktkandidat ist über die Landesliste abgesichert: Nachdem die CDU Wolfgang H. München auf dem 46. Platz nominiert hatte, setzte nun die SPD Hans Jürgen Noss auf Position 41.

BIRKENFELD/LUDWIGSHAFEN. Nicht wenige Sozialdemokraten aus dem Landkreis hatten sich eine bessere Platzierung für Hans Jürgen Noss auf der Landesliste für die Landtagswahl am 26. März 2006 versprochen: Beim Landesparteitag der SPD am Samstag in Ludwigshafen musste sich der Abgeordnete aus Birkenfeld mit dem 41. Platz begnügen. Ihn überraschte dies keineswegs, hatte sich die Einstufung doch auf Regionalverbandsebene abgezeichnet.
Zum einen sorgte die Frauenquote dafür, dass 19 der ersten 40 Aspiranten weiblich sind. Zum anderen wurde die Liste weitgehend nach dem "Anciennitätsprinzip" aufgestellt: Je länger ein Bewerber Mitglied des Landtags ist, desto besser sein Listenplatz.

Zu kurz mit dabei

Weil Noss erst am 20. Februar 2003 für den zum Landrat avancierten Axel Redmer nachrückte, hatte der 52-Jährige schlechte Karten. Von den 49 SPD-Abgeordneten streben 36 ein weiteres Mal ein Mandat an. Hinzu kommen auf vorderen Plätzen die drei Ministerinnen Malu Dreyer, Doris Ahnen und Margit Conrad sowie Staatssekretär Hendrik Hering.
"Mein Ziel ist es sowieso, den Wahlkreis zu gewinnen", gab sich der SPD-Kreisvorsitzende in einer ersten Reaktion kämpferisch. Immerhin steht er einen Platz besser als sein Vorgänger Redmer 2001. Mit 96,6 Prozent erntete Noss in Ludwigshafen breite Zustimmung - die Ergebnisse lagen zwischen 99,5 für Ministerpräsident Kurt Beck und 93,3 Prozent.
Bereits am 9. Juli hatte die CDU Wolfgang H. München aus Weiersbach auf Rang 46 ihrer Landesliste platziert, die die vier Bezirkswahlvorschläge ablöste. Von 38 Parlamentariern werfen 31 ihren Hut erneut in den Ring - alle unter den ersten 37. Bezeichnenderweise ist der erste Neuling eine Dame: Bettina Dickes aus Waldböckelheim als 22.
Nahezu ausgeschlossen ist damit, dass Noss und München im Duo den Sprung nach Mainz schaffen, wie es bei der Bundestagswahl Julia Klöckner und Fritz Rudolf Körper gelang. Unterliegt der CDU-Mann, müsste seine Partei um die 45 Prozent wie zuletzt 1987 erzielen, damit er trotzdem in den Landtag einzieht. Dann ist die Gefahr allerdings groß, dass einer der auf der Liste hinter ihm stehenden Kandidaten ein Direktmandat holt und ihn überflügelt.

Abrutschen ist möglich

Gibt Noss erstmals den traditionell roten Kreis aus SPD-Hand, wären seine Chancen auf eine weitere Legislaturperiode gering: Bei den letzten drei Urnengängen 1991, 1996 und 2001errangen die Genossen zwar 43 bis 49 Sitze, aber fünf bis acht der zehn Wahlkreise, die auf der Liste schlechter bedacht sind, gingen an die SPD. In allen zehn hatte sie 2001 bei den Zweitstimmen klar die Nase vorn.
Aussichtslos wirkt nur auf den ersten Blick der fünfte Platz von Kai-Uwe Meding auf der FDP-Bezirksliste: 2001 scheiterte Thomas Wild an dritter Stelle stehend. Steigern sich die Liberalen auf ihr Niveau von 1996, winkt ein dritter Sitz im Bezirk Eifel/ Hunsrück. Nummer drei ist Staatssekretärin Dr. Stefanie Lejeune - bleibt sie im Amt, müsste sie auf ihr Mandat verzichten. Würde sich dann noch Dr. Edmund Geisen für den Bundes- und gegen den Landtag entscheiden, könnte der 23-Jährige profitieren.
Außen vor ist der einzige Vertreter aus dem Kreis Birkenfeld auf der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen: Der 38. Platz des Idar-Obersteiners Frank Brust wäre selbst bei den beiden großen Parteien eine wacklige Angelegenheit. (ks)