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Nahe Zeitung, 12.10.2005

Putz blättert ab, Salpeter schädigt das Mauerwerk, und die Beheizung ist umständlich: Das Feuerwehrgebäude in Rückweiler ist sanierungsbedürftig

Gerätehaus ist in desolatem Zustand
Hans Jürgen Noss will klären, ob das Land mit Zuschüssen helfen kann

Als Schandfleck betrachten viele Rückweilerer das Feuerwehrhaus in der Hauptstraße 2. Neben der desolaten Optik steht auch die Funktionalität des Gebäudes in Frage. Landtagsmitglied Hans Jürgen Noss, Ortsbürgermeister Leo Werle und Mitglieder der örtlichen Feuerwehr nahmen das Haus unter die Lupe.

RÜCKWEILER. Ein trister Anblick bietet sich von Rohrbach kommenden Autofahrern auf der K 61 hinter dem Ortsschild Rückweiler. Rechter Hand werden sie vom sanierungsbedürftigen Domizil der Freiwilligen Feuerwehr begrüßt, das sich in schmutzigem, aus der Mode gekommenem Gelb präsentiert. "Das Haus ist nicht gerade eine gute Visitenkarte für den Ort", meinte Hans Jürgen Noss.

Gebäudepflege war spärlich

Mit der Feuerwehr Rückweiler und Ortsbürgermeister Leo Werle nahm der Landtagsabgeordnete das Gebäude, das 1978 in Eigenleistung von einem Stierstall zur Feuerwehrbleibe umgebaut worden war, in Augenschein. Nach der Umfunktionierung tat sich in den vergangenen 27 Jahren allerdings wenig. Lediglich die Vorderseite des Dachs wurde vor etwa zehn Jahren neu eingedeckt. "Einige Male wurde das Haus neu gestrichen", berichtet Rüdiger Schneider über die spärliche Gebäudepflege. Seit geraumer Zeit beobachtet der Wehrführer kritisch den steten Verfall der fast 90 Jahre alten Bausubstanz.

Ärger hat sich inzwischen bei dem erfahrenen Brandmeister breit gemacht: Schon vor fünf Jahren gab es Pläne der Verbandsgemeindeverwaltung, die einen Neubau des maroden Feuerwehrgerätehauses in Rückweiler im Jahr 2002 vorsahen. "Das war eigentlich gar nicht unser Wunsch - wir wären mit einer Sanierung zufrieden gewesen", erklärt Schneider. Aus Kostengründen ruderte der Feuerwehrträger auch rasch zurück: 2001 stand nur noch ein Umbau zur Debatte. Weitere Planungen ergaben, dass auch ein Umbau die Kassen der Verbandsgemeinde zu sehr strapazieren würde. Daraufhin wurde 2003 ein dritter Plan erarbeitet. Kosten von etwa 339 000 Euro - 80 000 Euro weniger als beim ersten Umbauvorhaben - wurden dafür veranschlagt. "Der von der VG vorgeschlagene Neubau hätte sogar 517 000 Euro gekostet", erläutert Schneider kopfschüttelnd.

Salpeterblüten wachsen

Immer noch muss der Wehrführer im Winter an jedem zweiten Tag das Feuerwehrgerätehaus aufsuchen, um die Heizung zu regulieren und zu kontrollieren. Das Gebäude verfügt über einen kleinen Ölofen, der von einem Tank auf dem Dachboden bedient wird. "Wenn wir im Winter nicht ständig die Türen von Küche und Toilette geöffnet lassen und auf eine angemessene Temperatur achten, gefriert uns das Wasser in den Leitungen", nennt Schneider ein Beispiel für die widrigen Bedingungen, unter denen die Feuerwehrmänner leiden.

Sogar ihre Schutzkleidung müssen die 21 Aktiven zu Hause lagern. Im Feuerwehrhaus ist es einfach zu kalt und zu feucht. "Bei Einsätzen geht uns dadurch oftmals wichtige Zeit verloren", malt Hauptfeuerwehrmann Herbert Werle die gravierenden Folgen aus und reicht Noss einen Helm, in dem man die Feuchtigkeit spüren kann.

Sorgen bereiten den Feuerwehrkameraden ebenso die Salpeterauswüchse in den Wänden. An einer Außenwand zeigt Architekt Gerd Schwan, selbst aktiver Floriansjünger, dem SPD-Kreisvorsitzenden, wie Farbe, Putz und Teile des Gemäuers abbröckeln. Auch vorm Gebäudeinnern machen die giftigen Salpeterblüten nicht Halt. "In den sanitären Anlagen und der Küche drückt der Salpeter die Fliesen von der Wand", veranschaulicht Rüdiger Schneider dem Landtagsmitglied. Als "fürchterlich" bewertet Noss den Zustand des Feuerwehrhauses und spricht damit nach wenigen Impressionen aus, was viele Einwohner schon seit Jahren denken. Dringend müsse etwas getan werden, ist sich der Mandatsträger angesichts der eingeschränkten Funktionalität und der unschönen Optik sicher. Allerdings liege diese Kompetenz ausschließlich bei der Verbandsgemeinde. Dennoch versprach er abzuklären, wie hoch eine Bezuschussung durch das Land im Falle möglicher Maßnahmen ausfallen könnte. (mw)

Wehrführer Rüdiger Schneider (links) zeigt Landtagsmitglied Hans Jürgen Noss die Schäden am Feuerwehrhaus in Rückweiler. Auch im Gebäudeinnern sieht es schlecht aus. Foto: Michael Werle