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Nahe Zeitung vom Samstag, 8. März 2014

Große Harmonie bei den Sozialdemokraten
Kreistagsliste Hans Jürgen Noss erzielt das beste Einzelergebnis
Von unserem Redaktionsleiter Stefan Conradt

M Niederbrombach. In Rekordtempo beschloss die Delegiertenkonferenz der Kreis-SPD im Saal Ruppenthal in Niederbrombach die Liste für die Wahl des Kreistags am 25. Mai. In einer überaus harmonischen Sitzung gab es keine einzige Gegenkandidatur, alle Kandidaten wurden im ersten Wahlgang gewählt – allerdings kassierten einige von ihnen etliche Nein-Stimmen.
Auf den ersten fünf Plätzen bestätigt wurden die Galionsfiguren der Sozialdemokraten an der oberen Nahe, der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss, Idar-Obersteins Stadtoberhaupt Bruno Zimmer, die beiden VG-Bürgermeister Uwe Weber und Peter Lang, sowie Fraktionsgeschäftsführerin Elfi Retzler.
Noss schwor seine Parteigenossen auf die wichtige Wahl ein. Auch weil die Grünen diesmal den Einzug ins Kreisparlament schaffen dürften, werde es schwer, das gute Ergebnis der 2009er-Wahl zu wiederholen. In der abgelaufenen Legislaturperiode war die SPD mit 16 Ratsmitgliedern stärkste Kraft vor der CDU (13). Allerdings stellt man nicht mehr den Landrat. Matthias Schneider (CDU), Nachfolger von Axel Redmer, der als Delegierter anwesend war, wurde von Noss scharf attackiert: Beim Thema Nationalpark verschanze er sich „hinter dem Landrat des Kreises Trier-Saarburg“ statt die Interessen seines eigenen Kreises zu vertreten: „Ich möchte nicht, dass der Nationalpark von außen gelenkt wird. Wir sind der Nationalpark-Kreis, und das müssen wir auch deutlich machen“, sagte Noss und bekam dafür viel Beifall.
Der Kreis habe in der abgelaufenen Legislaturperiode viel bewegt: In der Schullandschaft habe man gute Strukturen geschaffen, ebenso beim Ausbau der Kindertagesstätten, wo der Kreis den Verbandsgemeinden unter die Arme gegriffen habe. Probleme werde es aufgrund des demografischen Wandels, der den Kreis Birkenfeld besonders hart trifft, beim Öffentlichen Personennahverkehr geben, weil immer mehr Schulbusse wegfallen werden, aber auch bei der medizinischen Versorgung auf dem flachen Land. Hier sei die Politik gefordert, gemeinsam mit der Ärztekammer frühzeitig Lösungen zu finden. Ähnliches gelte für die Pflege, wo Modelle her müssten, bei denen ältere Menschen auch im Pflegefall in ihren Wohnorten bleiben können.
Bei der Wirtschaftsförderung habe man „in 30 Jahren nur eine einzige Neuansiedlung erreicht“. Da müsse mehr passieren. Beim Thema Tourismus fordert Noss, dass der Naheradweg weiter familiengerecht ausgebaut wird: „Den darf man nicht einfach so liegen lassen.“ Bei der Sperrmüllabfuhr müssen Änderungen her, weiß Noss: „So wie es jetzt ist, darf es nicht bleiben.“ Und das Thema Deponienachsorge, wo derzeit aufgrund einer Neubewertung durchs Land 10 Millionen Euro fehlen, müsse der Landrat endlich zur Chefsache machen: „Das einfach auf die Gebühren drauf zu schlagen, geht auf keinen Fall.“ Bezüglich des Abbaus von Zivilpersonal bei den US-Streitkräften gebe es gute Gespräche. Ziel sei es, die Betroffenen in neue Stellen zu vermitteln, sie gegebenenfalls weiterzubilden oder aber Brücken zu bauen für einen Übergang in den Ruhestand.
Bei der Abstimmung erzielte der Kreisvorsitzende mit 69 Ja- bei 3 Nein-Stimmen von den 73 erschienenen Delegierten (95 waren eingeladen) das beste Ergebnis aller Kandidaten vor Elfi Retzler, Uwe Weber, Friedrich Marx und Peter Heyda (je 67 Ja-Stimmen).
Einen Dämpfer gab es für die „Grande Dame der Kommunalpolitik im Kreis Birkenfeld“, wie sie Hans Jürgen Noss bei der Kandidatenvorstellung genannt hatte: Zu Elisabeth Jost, die erstmals überhaupt unter den Top 10 nominiert war, sagten 19 Delegierte Nein.