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Nahe Zeitung vom Montag, 20. Januar 2014

SPD muss in Berlin kleinere Brötchen backen
Bundestag Die Suche nach einem Nachfolger für Fritz Rudolf Körper beginnt erst nach der Kommunalwahl am 25. Mai
Von Kurt Knaudt

M Birkenfeld/Bad Kreuznach. Nach der Kommunalwahl am 25. Mai will die SPD im Wahlkreis 202 intensiv auf die Suche nach einem Kandidaten für die nächste Bundestagswahl gehen. „Ich habe mir natürlich auch schon Gedanken gemacht. Es gibt ein oder zwei Personen, denen ich das zutraue“, betont der Kreuznacher Kreisvorsitzender Dirk Nies auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei aber noch zu früh, Namen ins Spiel zu bringen, ist er sich mit seinem Kollegen Hans-Jürgen Noss aus dem Kreis Birkenfeld einig.
Durch die Niederlage von Fritz Rudolf Körper im Rennen um das Direktmandat gegen Seiteneinsteigerin Antje Lezius haben die Sozialdemokraten der Nahe-Region seit Oktober keinen eigenen Vertreter mehr in Berlin. Eine für sie ganz neue Situation, saß doch Körper seit 1991 ohne Unterbrechung im Bundestag. Weil er dabei zeitweise als Parlamentarischer Staatssekretär und stellvertretender Fraktionsvorsitzender fungierte, war er „unwahrscheinlich gut vernetzt“, wie Noss unterstreicht. Davon habe auch immer der Wahlkreis profitiert.
Jetzt kümmern sich stattdessen zwei SPD-Abgeordnete aus anderen Wahlkreisen mit um die Nahe: Michael Hartmann (Mainz-Bingen) um den Kreis Bad Kreuznach, Gustav Herzog (Kaiserslautern), der als einziger Sozialdemokrat in Rheinland-Pfalz das Direktmandat holte, um den Kreis Birkenfeld. Nies bezeichnet Hartmann als sehr kompetent: „Das ist kein politisches Leichtgewicht.“ Er räumt aber ein, dass dies dennoch nur eine aus der Not geborene Übergangslösung ist.
Es gebe für die SPD aber keinen Grund, in Sack und Asche zu gehen, meint Nies mit Blick auf das nicht ausreichende, aber doch gute Ergebnis von Partei und Kandidat am 22. September. Beim nächsten Mal werde man auf jeden Fall bei der Listenaufstellung dafür eintreten, „dass unsere Interessen berücksichtigt werden“. Vorrang hat für die Sozialdemokraten jetzt aber zunächst die Kommunalwahl mit den zusätzlichen Urwahlen, allen voran die Oberbürgermeister-Wahl in Bad Kreuznach. Zudem werden am 25. Mai neue Bürgermeister für die Verbandsgemeinden Bad Kreuznach und Bad Sobernheim sowie die Stadt Kirn gewählt. „Das bindet jetzt alle Kräfte“, berichtet der Kreisvorsitzende.
Danach erst beginnt die Suche nach einem Kandidaten für die nächste Bundestagswahl. Offen ist dabei laut Nies und Noss, aus welchem der beiden Kreise er oder sie kommt. Entscheidend sei nicht der Wohnsitz, sondern die Eignung, lautet die gemeinsame Marschrichtung. Fritz Rudolf Körper spielt auf eigenen Wunsch nur noch hinter den Kulissen der politischen Bühne eine Rolle. Er stehe dem Kreisvorstand bei Bedarf beratend zur Seite. „Wir tauschen uns auf. Dafür bin ich sehr dankbar“, betont Nies.
Während die SPD von der Nahe in den nächsten Jahren in Berlin kleinere Brötchen backen muss, sind die Kontakte nach Mainz „sehr ausgeprägt und gut“. Daran werde sich auch nichts ändern, falls Peter Wilhelm Dröscher (Kirn) sein Landtagsmandat aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig niederlege. Mit Dennis Alt (Monzingen) stehe ein starker 1b-Kandidat als Ersatzmann bereit. „Er kann das“, davon ist nicht nur Nies überzeugt.