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Nahe Zeitung vom Montag, 27. Mai 2013

Kleine Messe mit einem bunten Mix
Birkenfelder Leistungsschau ist ein Barometer für die wirtschaftliche Lage in der Region
Von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Dahmer


M Birkenfeld. Die Idee ist nicht gerade neu, aber es hilft, hin und wieder an sie zu erinnern: „Wir müssen unsere Stärken betonen“, hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Noss am Samstag zur Eröffnung der Leistungsschau auf dem Talweiherplatz gefordert. Für die wohl wichtigste Stärke einer regionalen Entwicklung, die wirtschaftliche, ist diese kleine Messe mitten in der Stadt ein Barometer.
Etwa 50 Standbetreiber hatten sich für die 15. Leistungsschau angemeldet. Draußen vor dem Zelt präsentierten die Autohändler ihre Vorführwagen. Zudem gab's den Info-Bus der Stefan-Morsch-Stiftung und zwei Firmen für Licht- und Elektrotechnik, die energiesparende LED-Leuchten vorstellten. Drinnen erwartete die Besucher ein bunter Branchenmix. Dazu wartete die örtliche Eisdiele mit Gefrorenem in Waffel und Becher auf. An der Theke des Hochwald-Treff gab's Antialkoholisches, in einem Nebenzelt waren Tische und Bänke aufgestellt.
Manche Aussteller begnügten sich damit, Prospekte und Werbegeschenke auszulegen – man will im Gespräch bleiben. Andere setzten verstärkt auf Beratung und zeigten an ihrem Messestand zum Beispiel, wie ein Blockheizkraftwerk aufgebaut ist oder eine Wärmepumpe funktioniert. Die Verbandsgemeindewerke erklärten, warum sich die 1,9 Millionen Euro teure Investition in Faulturm und Mikrogasturbine lohnt. An weiteren Ständen hingen Textilien zum Verkauf an der Stange, nebenan konnten Kunden Schuhe erstehen.
Für die vierte Gruppe ist Gewinn kein Thema – sie wollte vor allem zeigen, dass es sie gibt. Das Deutsche Telefonmuseum aus Morbach zum Beispiel, das unter anderem das Modell der letzten Postkutsche ausstellte, die 1913 zwischen Birkenfeld und Morbach pendelte. Oder das Trauercafé, das den Angehörigen Verstorbener hilft, mit ihrem Seelenzustand zurecht zu kommen – die Gruppe trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat im Georg-Wilhelm-Haus.
Auf diese Mischung unterschiedlicher Präsentationen legt Karl-Heinz Roth Wert. Er ist Vorsitzender der Fördergemeinschaft Birkenfeld, die die Leistungsschau alle zwei Jahre veranstaltet. Wer die Entwicklung der Schau mitverfolgt hat, dem fällt auf, dass immer mehr Aussteller groß dimensionierte Stände aufstellen, meist mit „Eyecatchern“, die die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen. „Solche Messen“, sagt Roth, „sind ein ständiger Lernprozess, auch für uns.“
Heutige Messeaufbauten sind meist für die Kunden begehbar – sie stehen mitten im Warenangebot. Das ist für sie attraktiver, als an einer Standtheke zu lehnen. „Früher haben wir gedacht, wir müssen so viele Artikel wie möglich mit zur Veranstaltung nehmen“, erinnert sich Roth. Heute werden nur noch ausgewählte Stücke mitgebracht, die den Besuchern damit mehr ins Auge fallen. Auch die Gänge sind heute breiter als früher. „Dann bleiben die Leute eher stehen.“