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Nahe Zeitung vom Mittwoch, 28. August 2013

Wird Landebahn in Göttschied asphaltiert?
Staatssekretär informierte sich vor Ort über Flugbetrieb


M Idar-Oberstein. Auf Einladung von Oberbürgermeister Bruno Zimmer besuchte Staatssekretär Jürgen Häfner, Amtschef im Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur, gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss die Stadt Idar-Oberstein, um sich über verschiedene Infrastruktureinrichtungen zu informieren. Den Schwerpunkt bildete dabei der Landeplatz in Göttschied, der vom Aero-Club Idar-Oberstein betrieben wird. Insbesondere eine Asphaltierung der Landebahn ist Verein wie Kommunalpolitikern ein wichtiges Anliegen.
„Stadt und Region haben ein großes Interesse am Verkehrslandeplatz Idar-Oberstein“, erklärte Oberbürgermeister Zimmer. „Er ist trotz der beiden Flughäfen Hahn und Zweibrücken von großer Bedeutung für unsere Verkehrsinfrastruktur.“ Mehr als 6000 Flugbewegungen finden jährlich auf dem Verkehrslandeplatz statt, der überwiegende Teil davon ist geschäftlich bedingt. Hinzu kommt die öffentliche und militärische Nutzung durch Bundeswehr und US-Armee. Wenn der Nationalpark Hunsrück realisiert werden sollte, könnte der Landeplatz eine noch größere Bedeutung erhalten, so die Einschätzung von Verein und Politikern. Weil diese Verkehrseinrichtung so wichtig für die Region ist, hatte sich das Land Rheinland-Pfalz vor mehr als 30 Jahren auch für deren Ausbau eingesetzt, erklärte Zimmer. Seither engagiert sich die Stadt Idar-Oberstein regelmäßig für den Landeplatz. „Aber wir sind an einem Punkt, an dem die Kommune überfordert ist“, so der OB.
„Da Start- und Landebahn nur über Grasbewuchs verfügt, sind wir beim Flugbetrieb sehr wetterabhängig“, erläuterten Kurt Henn, Vorsitzender des Aero-Clubs, dessen Stellvertreter Wilfried Feil sowie Bernhard Zwetsch, Mitglied im Förderverein Landeplatz Idar-Oberstein, den Besuchern die Situation. Bei offener oder aufgeweichter Grasnarbe sei die Nutzbarkeit stark eingeschränkt. Um die Leistungsfähigkeit zu steigern, sei eine Asphaltierung der Landebahn notwendig. Außerdem müsse der Tower dringend saniert werden. „Mit einer asphaltierten Start- und Landebahn könnten wir mehr Nutzungstage realisieren und an den Nutzungstagen eine höhere Frequenz erzielen. So würde diese Infrastruktureinrichtung nachhaltig gestärkt“, unterstrich Zwetsch.
Die Investitionskosten für die beiden Maßnahmen wurden vom Aero-Club mit rund 1,5 Millionen Euro beziffert. „Das wäre aber eine einmalige Investition ohne Folgekosten für die Stadt“, betonte Henn. Denn der gesamte Flugbetrieb werde ehrenamtlich vom Aero-Club abgewickelt. Dabei ist der Tower außer montags täglich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang besetzt. Natürlich wolle sich der Verein auch an den Maßnahmen in Form von Eigenleistung beteiligen sowie Fördermöglichkeiten durch kommunales und privates Engagement ausloten. Allerdings sei man auch auf eine Förderung durch das Land angewiesen.
„Mir ist deutlich geworden, welch große Bedeutung der Landeplatz für die Region hat“, erklärte Häfner. Zu Fördermöglichkeiten der öffentlichen Hand äußerte er sich aber zurückhaltend. „Wir müssen zunächst prüfen, welche Förderungen für die 30 Verkehrslandeplätze und zwei internationale Airports im Land aufgrund der neuen Flughafenleitlinien der EU überhaupt noch möglich und zulässig sind“, so Häfner. Er sieht das Treffen als Auftakt für einen Diskussionsprozess, bei dem geklärt werden müsse, welche Form der Unterstützung infrage komme, ob und in welcher Höhe Haushaltsmittel zur Verfügung stehen und welche Fördervoraussetzungen zu erfüllen seien. Über Oberbürgermeister Zimmer und den Landtagsabgeordneten Noss sollen die entsprechenden Unterlagen beim Ministerium eingereicht werden. „Wir werden die Angelegenheit dann ergebnisoffen prüfen“, so der Staatssekretär, der der Stadt und dem Aero-Club bis Ende des Jahres mitteilen will, ob eine Förderung möglich ist.
Nach dem Besuch in Göttschied führte OB Zimmer den Staatssekretär noch zum Hallenbad und zum Bahnhof. Beim Hallenbad steht die Frage im Raum, ob eine Sanierung vom Innenministerium gefördert werden kann. Am Bahnhof erläuterte Zimmer die für den Vorplatz geplante Umbaumaßnahme im Rahmen des Programms „Aktive Stadtzentren“. „Das macht aber nur Sinn, wenn auch die Bahn ihren Obliegenheiten nachkommt“, betonte der OB. Häfner sagte zu, die regional verantwortlichen Bahnvertreter mit den Zuständen zu konfrontieren und sich für eine Lösung der Probleme einzusetzen.