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Nahe Zeitung vom Freitag, 4. Januar 2013

Biogas strömt aus zwei Quellen
Mainzer Umweltministerium fördert Pilotprojekt von Mülldeponie und Kläranlage

Von unserem Redakteur Klaus-Peter Müller

M Kronweiler. Um das Pilotprojekt einer gemeinsamen Nutzung von Biogasen aus der Kläranlage Kronweiler und der benachbarten Kreismülldeponie Reibertsbach sicherzustellen, erhält die Verbandsgemeinde eine Landeszuwendung von 158 000 Euro sowie ein Darlehen aus dem Landeszuschussprogramm in Höhe von 867 000 Euro. Dies teilte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken dem Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss mit. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 1 588 000 Euro.

Zurzeit wird das auf der Kreismülldeponie Reibertsbach gewonnene Deponiegas noch verstromt. Im Laufe der Zeit aber wird mit einem sinkenden Methangasaufkommen von der Mülldeponie gerechnet. Durch die Mitverwertung von Klärgas aus der Verfaulung der Klärschlämme von der Abwasserbeseitigungsanlage Kronweiler soll dies ausgeglichen werden und auch künftig eine Verstromung der Deponiegase möglich sein. Ein zweiter Vorteil zeigt sich auf Seiten der Kläranlage: Nach der Faulung bleibt nur noch etwas mehr als die Hälfte des Restschlammes übrig, was sich wiederum durch geringe Energiekosten bei der maschinellen Schlammentwässerung niederschlägt.

Mit der besseren Entwässerung des Klärschlamms lassen sich dessen Entsorgungskosten (sowohl für Deponierung als auch Transport) erheblich reduzieren. Nach den derzeitigen Planungen sind die Anlage auf der Mülldeponie wie die in der Kläranlage damit weitgehend energieautark. Damit besitzt dieses gemeinsame interkommunale Verfahren des Landkreises und der Verbandsgemeinde, wie Umweltministerin Höfken betont, im Hinblick auf Energieeffizienz von Vermeidung von CO2-Emissionen Pilotcharakter und ist als zukunftsweisend zu bezeichnen.

Besonders erfreulich an dem Projekt ist für Verbandsgemeindebürgermeister Dr. Bernhard Alscher der Versuch, im alternativen Energiebereich neben Wind- und Solartechnik auch andere Techniken voranzubringen. Die für Kronweiler konzipierte Anlage versuche das Beste aus mehreren verfügbaren Ressourcen herauszuholen, nutze sowohl Wärme (für Heizung) wie auch entstehendes Gas, um Strom herzustellen.

Der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss freut sich, dass es gelungen ist, durch die Zusammenarbeit von Landkreis und Verbandsgemeinde für beide Kommunen Kostenvorteile zu erschließen. Diese werden sich nach seiner Ansicht auf Dauer auch bei den Müll- wie den Abwassergebühren niederschlagen.