Startseite | Kontakt | Impressum | Sitemap

www.hans-juergen-noss.de

Nahe-Zeitung, 28.03.2012

Konsens in Sachen Park empfohlen
Infoabend Gäste aus Mainz sprachen auf Einladung der SPD

Von unserem Redakteur Klaus-Peter Müller

M Niederhambach. Mit drei Birkenfelder Landräten (neben dem amtierenden auch zwei seiner Vorgänger) und einem halben Dutzend Bürgermeistern auf der Rednerliste konnte eine SPD-Infoveranstaltung zum Thema Nationalpark glänzen. Illuster war aber auch die Runde, die der SPD-Kreisvorsitzende, Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Noss, auf dem Podium um sich geschart hatte: Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Marcel Hürter, sowie Dr. Jens Jacob, Leiter der rheinland-pfälzischen Staatsforsten, und Hans-Joachim Werner von der Unteren Landespflege bei der Kreisverwaltung in Birkenfeld führten mit kurzen Referaten ins Thema ein.

Von jährlich 450 000 Besuchern kommen 120 000 allein wegen des Naturparks, ging Hürter am Beispiel Eifel unter anderem auf die touristischen Aspekte des Vorhabens ein. Die 29 insgesamt dort ausgesprochenen Verbote vom Feuermachen übers Fallenstellen bis hin zum Leinenzwang für Hunde seien eigentlich „Selbstverständlichkeiten“. Unterm Strich zeichne sich ein Nationalpark eher dadurch aus, dass er den Wald erlebbarer und erfahrbarer mache.

Risiken, wie zum Beispiel Betretungsverbote und eine eingeschränkte Holznutzung, stellte Landschaftspfleger Werner den sich bietenden Chancen gegenüber: Dabei dürfen die Nationalparkgemeinden aus seiner Sicht nicht nur auf ein Strukturförderpaket hoffen: Auch der Park an sich schaffe und verstärke regionale Identität.

Das Sicherstellen der Brennholzversorgung der Anwohner sei im Idar- und Hochwald nur eine Frage der Ausweisung entsprechender Zonen, beruhigte Forstexperte Jacob. Der Umbau von Fichte auf Buche werde wohl 30 Jahre dauern. Wild im Überfluss und entsprechende Wildschäden in den anrainenden Fluren werde es nicht geben; „eine Art von Jagd“ sei auch weiterhin erforderlich.

Dass nach der derzeitigen Findungsphase ein breit angelegter Kommunikationsprozess mit vielen Akteuren folgen soll, erfuhr Bürgermeister Uwe Weber (Herrstein), der sich nach dem Stand der Dinge sowie dem weiteren Ablauf des Verfahrens erkundigte. In beiden Suchräumen gibt es Pro und Kontra, sprach sich Jacob dafür aus, sowohl mit Soonwald wie auch mit Idarwald/Hochwald im Gespräch zu bleiben. Federführend beim Nationalparkprojekt werde innerhalb der Landesregierung wohl auch künftig das Forstministerium sein. Aber auch das Land sei ein durchaus belastbarer Partner, der sich sinnvoll einbringen könne, sah Marcel Hürter „vielerlei Dinge, bei denen man sich um einen breiten Konsens bemühen sollte“.

Für seine Ankündigung, eine von CDU-regierten Landkreisen verfasste Resolution gegen einen rheinland-pfälzischen Nationalpark sei auf Drängen der Birkenfelder zurückgezogen worden, erhielt Kreisvorsitzender Dr. Wolfgang Benzel spontanen Beifall. Auch erinnerte er an B 50, Hahn und den Hochmoselübergang: Bei all dem, was der Norden des Hunsrücks an Segnungen erfahren habe, dürfe ein Nationalpark nicht das einzige Geschenk an den Süden sein.

Vor Etikettenschwindel warnte Landrat a. D. Dr. Ernst Theilen: Auch wenn ein Nationalpark an sich nur begrenzte Möglichkeiten offeriere, so lasse sich aus dem Drumherum viel machen – nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die Wissenschaft. Zupackend äußerte sich Bürgermeister Dr. Bernhard Alscher (VG Birkenfeld): „Wir müssen in die eigentliche Arbeit hineinkommen, forderte er auf, das Heft in die Hand zu nehmen.