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Nahe-Zeitung, 27.03.2012

Nationalpark brachte der Eifel viele Impulse
Informationsfahrt Mehr als 100 Teilnehmer

Von unserem Reporter Jörg Staiber

M Kreis Birkenfeld. Mit zwei Reisebussen waren Mitglieder der SPD- und der CDU-Kreistagsfraktionen sowie zahlreiche Interessierte in die Nordeifel gefahren, um sich dort, in einem der jüngsten Nationalparks Deutschlands, über die Chancen und Probleme eines solchen Schutzgebietes zu informieren. Unter den mehr als 100 Mitfahrern waren neben dem Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss, Landrat Dr. Matthias Schneider und dem Kreisbeigeordneten Klaus Beck auch die Verbandsgemeindebürgermeister Uwe Weber aus Herrstein und Dr. Bernhard Alscher aus Birkenfeld sowie der Idar-Obersteiner Beigeordnete Friedrich Marx.

Dafür, dass alle Beteiligten die Fahrt als großen Gewinn mit vielen fundierten Informationen empfanden, sorgte vor allem Nationalparkleiter Henning Walter. Der frühere Chef des dortigen staatlichen Forstamtes hatte die Einrichtung des Nationalparks von Anfang begleitet und vorangetrieben und zeigte sich mit sämtlichen Problemstellungen, seien sie forstlicher, organisatorischer, politischer oder ökonomischer Natur, bestens vertraut.

Nachdem in der Region an der belgischen Grenze die Nutzung eines Truppenübungsplatzes aufgegeben wurde, wurde aus der Region heraus die Idee eines Nationalparks geboren und schließlich im Jahr 2004 nach einer Vorlaufzeit von lediglich eineinhalb Jahren verwirklicht. „Der Nationalpark hat die Region auch über Verwaltungsgrenzen hinweg zusammengeführt und sehr viel zu einer regionalen Identität beigetragen“, beschrieb Walter einen wichtigen Effekt. Dazu habe man allerdings Mitbestimmungs- und Verwaltungsorgane schaffen müssen, führte Walter aus, in denen sich alle Bürger und Interessengruppen von der Kommunalpolitik über den Naturschutz bis hin zur regionalen Wirtschaft vertreten gefühlt haben. „Letztlich ist die Glaubwürdigkeit derjenigen, die die Idee vertreten, für die Bürger das alles entscheidende Kriterium und das wichtigste Kapital“, betonte der Nationalparkleiter die Sensibilität der politischen Willensbildung in dieser Frage.

Walter berichtete von zahlreichen positiven Effekten für die Region, vor allem für den Tourismus, so verzeichne man zwischen 220 000 und 250 000 Besucher jährlich bei steigender Tendenz. „Der reine Unterhalt des Nationalparks ist als Naturschutzprojekt Landessache, aber damit darf man sich nicht begnügen, sondern man muss den Park nutzen, um über ihn auch an andere Fördertöpfe heranzukommen“, erklärte Walter. So habe man in den vergangenen Jahren allein rund 14 Millionen Euro aus EU-Mitteln beispielsweise für Bildungsveranstaltungen erhalten.

In der Nutzung des Waldes gebe es zwar durch den Nationalpark Einschränkungen, erklärte Walter. Diese führten aber nur in seltenen Fällen zu Konflikten. So gebe es zwar für Wanderer, Radfahrer und Reiter die Auflage, sich nur auf den Wegen aufzuhalten, dies sei aber in der Regel unproblematisch. Auch der Straßenverkehr sei kein Problem, schließlich werde der Nationalpark Eifel auch von zwei Bundesstraßen durchquert. „Der Nationalpark endet dort, wo die Straße anfängt“, so der Parkleiter.