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Nahe-Zeitung, 06.07.2012

Schnelles Internet für fünf Birkenfelder Dörfer
Infoveranstaltung Staatssekretärin Heike Raab bekam auch Klagen zu hören

Von unserem Reporter Michael Fenstermacher

M Kreis Birkenfeld. Lauter Beifall kam im Niederhambacher Gemeinschaftshaus auf, als Heike Raab (SPD), Staatssekretärin im Landesinnenministerium, die frohe Botschaft verkündete: Der Antrag der Ortsgemeinde Rötsweiler-Nockenthal sowie der gemeinsame Antrag von Rimsberg, Schmißberg, Elchweiler und Niederhambach auf Fördermittel zur Breitbandversorgung wurden bewilligt. 285 430 Euro werden an den Verbund mit zusammen mehr als 750 Einwohnern ausgeschüttet, 150 231 Euro an die 473 Einwohner zählende Doppelgemeinde.

„Schon bei den Hausaufgaben ist schnelles Internet heute vielfach Voraussetzung“, betonte der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss (SPD) zuvor bei der Begrüßung. Auf seine Einladung hin berichtete die Staatssekretärin über die Breitbandinitiative der rot-grünen Landesregierung. Bis Ende 2012 solle unter Einbeziehung aller zur Verfügung stehenden Technologien überall im Land eine Grundversorgung bereitgestellt werden, so das ehrgeizige Ziel des Koalitionsvertrags. Als unterversorgt gelten laut Raab dabei nur Bereiche mit einer Bandbreite von weniger als zwei Megabit pro Sekunde. „Betriebe brauchen für wirtschaftliches Arbeiten 6 bis 16 Megabit, und auch moderne Verwaltung ist auf schnelles Internet angewiesen. Daher streben wir eine bessere Versorgung an“, betonte die Sozialdemokratin.

Gemessen an diesen hohen Bandbreiten sei der Landkreis Birkenfeld unterversorgt, während er bei der Grundversorgung in etwa im Landesdurchschnitt liege. Der im Internet abrufbare Breitbandatlas zeigt zudem ein Süd-Nord-Gefälle von der gut versorgten VG Baumholder über Birkenfeld zu den unterversorgten Verbandsgemeinden Herrstein und Rhaunen an. Bittere Klagen führten unterdessen Ortsbürgermeister aus bislang noch gänzlich unversorgten Gemeinden. „Aufgrund der fehlenden Breitbandanschlüsse ist das Interesse an unserem Neubaugebiet gleich null“, berichtete etwa der Ellweiler Ortschef Hans-Robert Spreier. Positive Standortfaktoren wie die Nähe zur Autobahn und zum Gewerbegebiet Neubrücke kämen nicht mehr zum Tragen.

„Man kämpft gegen Windmühlen an“, fasste Dirk Schröter, seit einem halben Jahr Ortsbürgermeister in Frauenberg, sein bislang vergebliches Engagement zusammen. Trotz 60 Prozent Rückläufern bei einer Bedarfsumfrage im Ort habe sich bislang nichts bewegt.

Vom „Sorgenkind Hintertiefenbach“ berichtete derweil Gerd Schneider von der Verbandsgemeindeverwaltung Herrstein. Aufgrund ihrer Tallage sei die fast 400 Einwohner zählende Gemeinde sehr schlecht versorgt. „Im Fall Hintertiefenbach haben wir die hohe Dringlichkeit erkannt und nehmen den Ort direkt mit ins Auswahlverfahren“, versprach Heike Raab, deren enger Terminplan direkt im Anschluss einen Besuch bei der Feier zum amerikanischen Unabhängigkeitstag auf der Ramstein Airbase vorsah. Albert Schädler, Regionalbeauftragter der Breitbandinitiative, hatte dagegen noch Zeit für persönliche Gespräche mit Betroffenen aus den unterversorgten Gemeinden.