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Nahe Zeitung, 28.03.2011

Noss (SPD) hängt Beetz (CDU) deutlich ab

Landtagswahl Der Wahlkreis-Sieger hat keine höheren Ambitionen in Mainz – Unterlegene Christdemokratin ist ernüchtert

Von unseren Reportern

M Kreis Birkenfeld. Der Kreis Birkenfeld bleibt in roter Hand: Hans Jürgen Noss (SPD) hat das Direktmandat mit deutlichem Vorsprung vor Kirsten Beetz (CDU) verteidigt. Während sie mit 34,8 um 3,0 Prozent hinter dem Ergebnis ihrer Partei zurückblieb, schnitt der Sieger mit 41,0 um 1,2 Prozentpunkte besser als die SPD ab.

„Ich bin froh, dass wir im Landkreis stärkste Partei geblieben sind und dem Negativ-Trend der vergangenen Wahlen entgegenwirken konnten“, betonte Noss im Gespräch mit der Nahe-Zeitung. Sein eigenes Ergebnis bewertet er bei aller Freude eher zurückhaltend: „Es ist immer schön, wenn man gewinnt.“ Dankbar zeigte er sich darüber, dass die Kandidaten der beiden großen Parteien vor Ort „fair und respektvoll miteinander umgegangen sind“.

Heute Abend ist der 58-Jährige, der den Sieg im Kreis der Genossen bei der Wahlparty im Gebäude der Stefan-Morsch-Stiftung am Dambacher Weg in Birkenfeld feierte, bei der Sitzung des Landesvorstandes in Mainz dabei. Höhere Ambitionen hat der bisherige Innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion nicht: „Ich strebe kein höheres Amt an, sondern bin mit dem, was ich habe, sehr, sehr zufrieden.“

Eine gewisse Enttäuschung war trotz aller Gelassenheit spürbar: CDU-Landtagskandidatin Kirsten Beetz (CDU) trug ihre deutliche Niederlage mit Fassung, analysierte aber aus ihrer Sicht überdeutlich: „Seit der Katastrophe in Japan bin ich davon ausgegangen, dass ich die Wahl verliere. Die Menschen haben emotional, vor dem Hintergrund ihrer Angst vor Atomenergie, gewählt, nicht mehr darüber nachgedacht, dass es hier um den Landtag geht. Die Probleme im Land und auch im Kreis Birkenfeld traten so ganz klar in den Hintergrund.“ Jedes Jahr eine Wahl: „Das schlaucht, vor allem, wenn man Wahlkämpfe quasi ehrenamtlich nebenher abreißen muss.“ Deshalb, so betonte die 49-jährige Oberhosenbacher Ortschefin und Juristin im Gespräch mit der NZ, wolle sie jetzt erst einmal durchschnaufen. Politikmüde sei sie ganz sicher nicht: „Dazu ist mir Politik einfach zu wichtig.“ Aber ob und wann es für sie neue politische Ziele gebe, werde sie sicher nicht am Wahlabend entscheiden. Mit Blick nach Mainz meinte die CDU-Kreisvorsitzende: „Julia Klöckner habe ich natürlich auch ein besseres Ergebnis gewünscht.“

Bestens gelaunt kommentierte Thomas Petry (Bündnis 90/Die Grünen) sein Ergebnis: „Die Stimmung bei unserer Wahlparty hier in Gerach ist prima. Der 47-Jährige freute sich: „Wir liegen als Grüne im Kreis Birkenfeld normal so bei 80 Prozent der Stimmen, die unsere Partei auf Landes- oder Bundesebene bekommt. Dieses Mal ist es sogar ein bisschen mehr.“ Natürlich hätten die Ereignisse in Japan die Wahl beeinflusst: „Die Menschen besinnen sich. Die Grünen sind seit 30 Jahren gegen Atomenergie. Und das hat, wie man sieht, sehr gute Gründe.“ Mit seinem persönlichen Ergebnis zeigte sich Petry „mehr als zufrieden“.

„Ich sehe das ganz sportlich“, lautete die erste Reaktion von Dr. Lothar Ackermann, dessen FDP das schlechteste Ergebnis seit Urzeiten im Wahlkreis einfuhr. „Die Gründe liegen ja nicht hier vor Ort“, fordert der Liberale nun „personelle Konsequenzen an oberster Stelle“.

Fukushima habe alles überragt, kommentiert Tanja Krauth die Wahlniederlage der Linken. Die Grünen hätten sich als Anti-Atom-Partei darstellen können, obwohl sie mit dem Ausstieg aus der Kernkraft bis 2017 warten wollen. Dass die Linken den sofortigen Ausstieg fordern, sei nicht bis zum Wähler durchgedrungen. Dass sie als Wahlkreiskandidatin mehr Stimmen auf sich vereinen als ihre Partei, wertet die 43-jährige Birkenfelderin als persönlichen Erfolg, über den sie sich dennoch nicht so recht freuen kann.