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Nahe Zeitung, 23.03.2011

Für den Landkreis das Beste herausholen
Hans Jürgen Noss will den Wahlkreis verteidigen

Von unserem Redakteur
Kurt Knaudt

M Kreis Birkenfeld. Gemeinsamkeiten statt Gegensätze suchen: Das, so sagt Hans Jürgen Noss voller Überzeugung, ist auf kommunaler Ebene die einzige Chance, um mit vereinten Kräften etwas zu bewegen. „Es geht darum, für den Kreis das Beste herauszuholen.“ Da führe es ins Leere, wenn aus rein politischem Kalkül Bruchstellen gesucht werden, betont er.

Das beherzigt der Sozialdemokrat auch im Wahlkampf: Mit Kirsten Beetz (CDU), die ihm den Sieg im Wahlkreis 19 abjagen will, habe er im Vorfeld vereinbart, bei aller Konkurrenz fair und respektvoll miteinander umzugehen. Der 58-Jährige geht aber davon aus, „dass wir stärkste Partei bleiben und ich das Direktmandat hole“. Relativ sicher ist nach seiner Einschätzung sein Platz auf der Landesliste, „aber es bleibt ein Restrisiko“.

Noss hat im Wahlkampf bei vielen Bürgern trotz einer gewissen Distanz zum politischen Betrieb viel Interesse gespürt – vor allem hinsichtlich der Frage, wie es bei einer jetzt schon sinkenden Einwohnerzahl mit dem Kreis Birkenfeld weitergeht. Die kommunale Neuordnung mit vergrößerten Zuschnitten der Kreise wird nach der Landtagswahl diskutiert, wenn die nächste Stufe der Verwaltungs- und Gebietsreform vorbereitet wird, kündigt der Sozialdemokrat an. Die Umsetzung könnte dann eventuell zur Kommunalwahl 2019 erfolgen. Bis dahin bleibt wohl alles beim Alten. „Mein Ziel ist es, den Kreis zu erhalten, weil wir unsere Interessen selbst am besten vertreten können“, betont der Birkenfelder. Das würde bedeuten, dass benachbarte Regionen dazukommen müssten – eine Frage, über die er in diesem frühen Stadium aber noch nicht diskutieren will: „Das würde nur für unnötige Unruhe sorgen.“

Keine klassischen Wahlkampf-, sondern themenbezogene Informationsveranstaltungen für bestimmte Zielgruppen mit Minister oder Staatssekretär, beispielsweise zur DSL-Versorgung, zur Windkraft und zur Pflege anbieten: Diese Strategie hat sich nach Einschätzung von Hans Jürgen Noss bewährt – nicht nur wegen der Resonanz: „Dadurch haben wir auch eine andere Klientel als sonst erreicht.“ Auf Haustürbesuche hat der Berufspolitiker, der 2003 für den zum Landrat gewählten Axel Redmer in den Landtag nachrückte, diesmal aus Zeitgründen fast völlig verzichtet. Stattdessen versuchte er, bei Veranstaltungen mit möglichst vielen Bürgern ins Gespräch zu kommen. Den Wahlkampf finanziert er teilweise aus eigener Tasche: „Der Kreisverband hat wenig Geld.“

Landtagsabgeordneter und Innenpolitischer Sprecher, SPD-Kreisvorsitzender und Vorsitzender der Kreistagsfraktion, dazu Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik und schließlich noch Präsident des Kreismusikverbandes: Wie bekommt er all das unter einen Hut? „Zeitmanagement: Jeder Tag wird genau durchgeplant.“ Der Frühaufsteher, der sich morgens mit Cola statt mit Kaffee auf Trab bringt, beginnt seinen Arbeitstag oft schon vor 8 Uhr: „Da bekomme ich was weg, weil so früh noch keiner anruft.“ 1973 kam der in Saarlouis geborene und in Schmelz aufgewachsene Saarländer durch die Bundeswehr nach Birkenfeld. Nach zwölf Jahren bei der Luftwaffe erwarb der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann auf dem zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife. Nach seiner Ausbildung bei der Kreisverwaltung wechselte er als Diplom-Verwaltungswirt (FH) 1987 zur Verbandgemeindeverwaltung, die er er als Oberamtsrat verließ.

Noss geht wegen der Diskussionen um die Atomenergie davon aus, dass die Wahlbeteiligung diesmal höher ausfallen wird. Die Einbindung der Bürger insbesondere bei Großprojekten wird nach seiner Einschätzung künftig eine größere Rolle spielen. Für ihn kommt es dabei aber auch darauf an, die richtige Balance zu finden und die Rolle der gewählten Ratsmitglieder nicht auszuhebeln.