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Nahe Zeitung, 19.03.2011

Beck: Für Erhalt der Artillerieschule kämpfen

Landtagswahl Ministerpräsident sieht Einrichtung in Idar-Oberstein trotz idealer Voraussetzungen gefährdet

Von unserem Redakteur Kurt Knaudt

M Idar-Oberstein. Mit einem Plädoyer für den Erhalt der Artillerieschule beginnt Kurt Beck seine Rede beim Bürgerempfang der SPD am Donnerstagabend in der voll besetzten Göttenbach-Aula. „Wir müssen uns anstrengen“, macht der Ministerpräsident vor rund 300 Besuchern den Ernst der Lage für den Standort bei der anstehenden Bundeswehrreform deutlich.

Seine Position dazu ist klar: Aus Gründen, die sachlich nicht nachvollziehbar sind, „wird an der Struktur herumgedoktert“. Dabei gebe es in Idar-Oberstein optimale Voraussetzungen, betont Beck: Die Schule selbst ist hervorragend ausgestattet und habe als besonderen Trumpf den Truppenübungsplatz Baumholder in der Nähe. Dass sie dennoch wackelt, ist für ihn ein Beweis, dass diese Reform „nicht ordentlich vorbereitet ist“. Der Ministerpräsident verspricht: „Wir werden auch beim neuen Verteidigungsminister für die Schule kämpfen.“

Bevor Beck den Saal betritt, unterhält das Bläserquintett Brass 4.1 unter der Leitung von Jochen Lorenz das Publikum musikalisch gekonnt. In der von Christiane Röper kompetent und charmant moderierten Gesprächsrunde haben SPD-Direktkandidat Hans Jürgen Noss und Oberbürgermeister Bruno Zimmer danach ausgiebig Gelegenheit, sich zu kommunalpolitischen Themen zu äußern.

Kurt Beck, der wie ein Triumphator einmarschiert, lobt als erstes den Birkenfelder Abgeordneten, der als Innenpolitischer Sprecher „an entscheidender Stelle“ innerhalb der Landtagsfraktion tätig sei, und den Idar-Obersteiner OB für deren politische Arbeit. Danach spannt er den Bogen von der Energie- über die Sozial- bis zur Bildungspolitik. Weil Kernenergie für ihn „alles andere als zumutbar und vertretbar ist“, wolle er einen Pakt für einen geordneten Ausstieg vorschlagen. Ganz wichtig ist Beck soziale Gerechtigkeit: „Wie können wir schwächere Schüler so qualifizieren, dass auch sie einen Beruf lernen können“, formuliert er eine der Herausforderungen. Für unverzichtbar hält er den Mindestlohn: „Wer fleißig arbeitet, muss davon auch leben können.“ Nachdrücklich fordert der 62-Jährige, ungezügeltes Spekulantentum, das auch Benzin- und Rohstoffpreise in die Höhe treibe, endlich einzudämmen.

Den Namen von CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner nennt er kein einziges Mal, spricht nur von „meiner Konkurrentin“. Kurt Beck macht keinen Hehl daraus, dass er manche Attacke der CDU für weit überzogen hält: „Es sollte unter Demokraten Grenzen des Anstands geben.“ Am Ende erntet er stürmischen Beifall. Schnell schüttelt er noch einige Hände, bevor er weiter nach Konz eilt, wo er zum nächsten Wahlkampfauftritt erwartet wird.