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Nahe Zeitung, 15.09.2011

Birkenfelder Katasteramt wird Außenstelle
Strukturreform Große Erleichterung bei den 56 Mitarbeitern – Gerangel im Vorfeld der Entscheidung

Von unseren Redakteuren Kurt Knaudt und Gabi Vogt

Birkenfeld/Mainz. Die Mainzer Landesregierung reduziert die Zahl der Vermessungs- und Katasterämter. Während insgesamt elf Ämter, darunter Standorte wie Trier, Kaiserslautern und Bad Kreuznach, geschlossen werden, bleibt Birkenfeld: In der neuen Struktur der Vermessungs- und Katasterämter wird die Kreisstadt mit mehr als 60 Dienstposten Außenstelle des Bezirks Rheinhessen-Nahe, Hauptsitz ist Alzey. Bisher waren Alzey, Birkenfeld und Bad Kreuznach, das jetzt als Ausgleich neben Koblenz ein Standort des Landesamts für Vermessung und Geobasisinformation wird, Hauptstellen der Katasterverwaltung.

Große Erleichterung war bei den 56 Mitarbeitern des Birkenfelder Amtes spürbar, als Behördenleiter Volker Rohrbacher in einer Personalversammlung über die Strukturveränderungen informierte. Angesichts der Bestandszusage sei der Umstand, dass man kein Hauptamt mehr ist, mit Gelassenheit hingenommen worden, berichtet der Behördenleiter. Einige Mitarbeiter aus den aufgelösten Nachbarämtern werden in den kommenden Jahren wahrscheinlich hinzukommen. Umgesetzt wird die Reform im kommenden Jahr.

„Ich bin froh, dass es für Birkenfeld so gekommen ist. Die jetzt vom Ministerrat beschlossene Aufteilung macht für das große Gebiet Rheinhessen-Nahe Sinn“, meint der SPD-Kreisvorsitzende Hans Jürgen Noss auf Anfrage der Nahe-Zeitung. Die Entscheidung sei aber auch aus strukturpolitischen Gründen gefallen, erläuterte der innenpolitische Sprecher der SPD, der in dieser Funktion an der vom Rechnungshof geforderten Neuausrichtung beteiligt war.

Danach sollen bis zum Jahr 2024 rund 500 der derzeit 1200 Arbeitsplätze wegfallen. „Aber es wird niemand entlassen“, betont Noss. Statt 19 wird es zukünftig nur noch sechs Amtsbezirke mit jeweils zwei Standorten geben. „Da gab es im Vorfeld natürlich Gerangel. Aber die neue Struktur wurde letztlich einvernehmlich beschlossen.“ Der Bad Kreuznacher SPD-Landtagsabgeordnete Carsten Pörksen bedauerte die Entscheidung im Fall Bad Kreuznach. Er müsse aber anerkennen, so räumt er ein, das mehr Argumente pro Birkenfeld sprechen: „Dort droht der weitere Abbau der militärischen Präsenz, während in Bad Kreuznach eine Reihe von Landesbehörden angesiedelt ist. Darauf muss man Rücksicht nehmen.“

Aufregung um die Katasterämter gab es 1998, als die Idar-Obersteiner und Birkenfelder Behörden zusammengelegt wurden, Birkenfeld im Gegenzug das Amtsgericht verlor. Für die Bürger als Kunden des Katasteramtes wird die Schließung einzelner Ämter wahrscheinlich kaum Auswirkungen haben. Durchschnittlich drei Mal in seinem Leben hat ein Bürger Kontakt zum Katasteramt, etwa beim Grundstückserwerb, bei Baulandumlegung oder im Erbfall. Hauptkunden der Katasterämter im Land, deren Hauptaufgabe neben der Katasterauskunft und der Ermittlung der Bodenrichtwerte die Führung des Liegenschaftskataster ist, sind Kommunen, Behörden und Architekten.