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Nahe Zeitung, 15.03.2011

Dorf will Energie aus dem Klärwerk nutzen
Deponiegas AWB baut Kraftwerk bei Kronweiler

Von unserer Mitarbeiterin Christel Mohr

M Kronweiler. Über das geplante Projekt zur Nutzung von Strom und den Aufbau eines Nahwärmenetzes in der Ortsgemeinde Kronweiler informierte sich die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Margit Conrad, bei einem Besuch im Nahedörfchen.

Sie kam auf Einladung von Ortsbürgermeister Harald Benzel und Landtagsabgeordnetem Hans-Jürgen Noss. Zur Präsentation des Projekts „Energiedorf Kronweiler“ waren auch der neue Landrat Dr. Matthias Schneider, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Birkenfeld Heinrich Werle und VG-Werkleiter Jürgen Jahn sowie Bernd Hartmann vom Ingenieur-Büro Hartmann-Ruess, Michael Dietz von der Kreisverwaltung, Markus Henn von den Abfallwirtschaftsbetrieben sowie der Ortsgemeinderat von Kronweiler eingeladen.

In Zusammenarbeit zwischen den Abfallwirtschaftsbetrieben, der Kreisverwaltung und den Verbandsgemeindewerken Birkenfeld sowie der Ortsgemeinde soll auf dem Gelände der Kläranlagen bei Kronweiler aus dem vorhandenen Deponiegas sowie Gas aus den beiden Kläranlagen mittels modernen Gasturbinen Strom und Wärme erzeugt werden. Der Strom könnte selbst vermarktet, die Wärme in ein geplantes Nahwärmenetz in Kronweiler eingespeist werden.

Das Kraftwerk wird von den Abfallwirtschaftsbetrieben gebaut und wird voraussichtlich bis September dieses Jahres betriebsbereit sein. Die Ortsgemeinde Kronweiler ist daraufhin auf die Beteiligten zugegangen und hat die Nutzung von Strom und die Errichtung eines Wärmenetzes für den nahegelegenen Ort vorgeschlagen. Die Beteiligten nahmen es positiv auf, sodass eine Planung zur Durchführung des Projektes erarbeitet wurde. Ortsbürgermeister Benzel begrüßte die Anwesenden, stellte den Ort in knappen Worten vor und führte in das Thema ein. Im Rahmen einer Präsentation stellten die Ingenieure Hartmann und Henn das Projekt und dessen mögliche Finanzierung vor. Diese Unterlagen hatte der für Wirtschaftsförderung beim Kreis zuständige Sachbearbeiter Michael Dietz dem Umweltministerium vorab bereits zugeleitet, und die Umweltministerin hatte sich schon damit befasst.

Nach Abschluss der Präsentation zeigte sich die Ministerin sehr erfreut über diese zukunftsweisenden Planungen und lobte die gemeinsame Initiative, die dazu führen könnte, dass ein Ort unabhängig von Gas- und Ölimporten würde. Sie schlug vor, im Umweltministerium die Fördermöglichkeiten auszuloten, und bot hier kurzfristige Unterstützung an. In der anschließenden kurzen Diskussion wies VG-Werkleiter Jahn darauf hin, dass hier die Möglichkeit besteht, regionale Wertschöpfung und Wirtschaftsförderung zu betreiben. Auch Landrat Dr. Schneider sowie der Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Heinrich Werle, waren angetan von dem Projekt und sagten ihre Unterstützung zu.

In den nächsten Schritten sollen nun die Fördermöglichkeiten geklärt werden und eine umfassende Information der Bürger erfolgen. Auch über die Gründung einer Betreibergesellschaft soll beraten werden.