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Nahe Zeitung, 16.03.2010

Brustkrebs: Bald Screening vor Ort?

Nach Gesprächen mit Gesundheitsministerin Dreyer über Reihenuntersuchung zur Vorsorge keimt Hoffnung auf

Hoffnungen, die Brustkrebsvorsorge im Kreis Birkenfeld in absehbarer Zeit drastisch zu verbessern, hegen die Verantwortlichen des Klinikums Idar-Oberstein und der lokalen Politik nach einem Besuch von Gesundheitsministerin Malu

Dreyer.

IDAR-OBERSTEIN. Nachdem es im vorigen Jahr gelang, mit vereinten Kräften die Zukunft der Neurochirurgie in Göttschied zu sichern, streben Klinikleitung und Vertreter der Politik nun an, das Angebot um das Mammografie-Screening zu erweitern.

Gemeinsam mit der Krankenhausleitung verdeutlichte Landrat Axel Redmer, der den Termin arrangiert hatte, die Notwendigkeit, auch im Kreis Birkenfeld die Mammografie-Reihenuntersuchung anzubieten. Viele Frauen nehmen die Angebote an den weit entfernten Standorten nicht wahr, weiß der Verwaltungsdirektor des Klinikums, Christoph Bendick.

Durch die langen Anfahrtswege werde der ländliche Raum benachteiligt, obwohl die "Vorsorge hier leistbar wäre", betonte Redmer im Beisein des Idar-Obersteiner Oberbürgermeisters Bruno Zimmer und des Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss. Gerade bei Brustkrebs, der häufigsten Tumorart bei Frauen, sei "Früherkennung unabdingbar, um die Gesundheit zu erhalten und Leben zu retten", sagte Redmer. Auch das Krankenhaus selbst würde von einem Mammografie-Screening vor Ort profitieren: Da Patientinnen bei behandlungsbedürftigen Befunden an die mit den Standorten kooperierenden Krankenhäuser verwiesen werden, gehen sie der Gynäkologie in Idar-Oberstein verloren. Infolgedessen verfehlt das Klinikum die zur Zertifizierung als Brustzentrum erforderliche Anzahl von Primärfällen.

Allerdings ist das Problem der Ministerin zufolge "nicht so einfach und nur zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung zu lösen". Bei der Ausschreibung 2006 teilte die KV den oberen Naheraum auf die beiden Screening-Einheiten Rheinhessen und Trier auf, die sich wiederum in die Standorte Mainz, Alzey, Trier und Wittlich gliedern. "Das ist für die hiesige Region sehr ungünstig", bekräftigte Dreyer. "Wir sind insgesamt nicht zufrieden mit den Vorsorgezahlen", räumte die Gesundheitsministerin ein. Ob sie im Kreis Birkenfeld bei solchen Karzinomen besonders schlecht seien, gehe aus den Statistiken nicht hervor. Um Klarheit darüber zu erhalten, "bitten wir die KV um eine regionale Auswertung", erklärte die 49-Jährige: "Bestätigt sich die Vermutung, wäre das eine starke Argumentation."

Als Lösung schlug Bendick ein "Mamma-Mobil" vor, mit dem etwa der beteiligte Arzt aus Wittlich den ganzen Kreis abdecken könnte. Womöglich würde eine räumliche Umgruppierung eine für alle Seiten zufriedenstellende Konstellation bewirken, deutete Dreyer an: "Vorher müssen wir aber noch ein ganz dickes Brett bohren." Schon bei ihrem nächsten Besuch im Klinikum, der Einweihung des Erweiterungsbaus am 21. Mai, erwarten ihre Gesprächspartner vom Freitag Aussagen darüber, wie die Chancen stehen.

Zudem stellte SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel die Pläne für die Investitionen in den nächsten Jahren vor. Neben Eigenmitteln benötige die Saarland Heilstätten GmbH dazu auch die Förderung des Landes: "Der Standort Idar-Oberstein ist für die Region ungeheuer wichtig." Das Haus habe noch den "Charme" der 1970er-Jahre, ergänzte Bendick. Eine Modernisierung könnte auch erleichtern, Ärzte für dieses Klinikum abseits der Ballungsgebiete zu gewinnen.