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Nahe Zeitung, 31.01.2009

Auch Kreis-SPD ist geschrumpft

Beim Parteitag in Baumholder war der Schulentwicklungsplan Thema: Das Gymnasium Birkenfeld will keine Kooperation

Hans Jürgen Noss wurde beim insgesamt sehr harmonischen SPD-Kreisparteitag in Baumholder mit überwältigender Mehrheit als Kreisvorsitzender bestätigt. Kontrovers wird hingegen in Birkenfeld über den Schulentwicklungsplan diskutiert, wie Landrat Axel Redmer eingangs des Parteitags deutlich machte.

BAUMHOLDER. "Nicht nachvollziehbar" ist für Landrat Axel Redmer die ablehnende Haltung des Gymnasiums Birkenfeld gegenüber einer Kooperativen Gesamtschule. Die Schule will keine gemeinsame Orientierungsstufe mit der jetzigen Regionalen Schule und zukünftigen "Realschule plus", fasste er am Donnerstagabend beim SPD-Parteitag in Baumholder den Tenor eines Schreibens zusammen, das Schulleiter Werner Klenner auch im Namen der Lehrer und Elternschaft an ihn gerichtet hat - reichlich Diskussionsstoff für die Präsentation des Schulentwicklungsplans gestern Abend in der Birkenfelder Stadthalle. Die Vertreter der Schule und auch Stadtbürgermeister Peter Nauert befürchten, dass die Schülerzahlen sinken und die Position des Gymnasiums so auf Dauer geschwächt wird. Der Landrat hingegen sieht eher neue Chancen: Für die Klassen 5 und 6 werde dann die vom Gymnasium doch so dringend gewünschte Ganztagsschule verwirklicht. Zudem gebe es für die gemeinsame Orientierungsstufe vier zusätzliche Lehrer. Und schließlich blieben Gymnasium und "Realschule plus" als eigenständige Einheiten erhalten. "Es gibt eigentlich nur Vorteile", ist Redmer überzeugt.

Top-Ergebnis für Noss

Widersprüchlich ist nach seiner Meinung auch die Argumentationslinie des Gymnasiums: Während durch die Kooperation mit der "Realschule plus" negative Auswirkungen befürchtet werden, werde an anderer Stelle des Schreibens stolz darauf verwiesen, dass auch etliche Realschüler aus Baumholder am Gymnasium der Kreisstadt überzeugend ihr Abitur bestehen. Es habe allerdings keinen Sinn, die Schule zu etwas zu zwingen. Dann aber dürfe sie später auch nicht sagen, "wir hätten sie allein gelassen".

In einer sich wandelnden Gesellschaft "muss man sich bewegen", kritisierte auch der alte und neue SPD-Kreisvorsitzende Hans Jürgen Noss die Haltung des Gymnasiums. Es reiche nicht, an Althergebrachtem festzuhalten und die Tradition zu bewahren. Auch in der Bildungspolitik gelte vielmehr Gorbatschows Leitsatz: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

Der Landtagsabgeordnete erreichte bei den Wahlen auf dem Kreisparteitag mit 91 Ja-Stimmen (bei drei Nein- und einer Enthaltung) das beste Ergebnis. "Wir wollen wieder stärkste Partei im Kreis, in Idar-Oberstein und möglichst auch in allen Verbandsgemeinden werden", gab Noss als Ziel für die Kommunalwahlen am 7. Juni aus.

Durch ungünstige Konstellationen und eigene Fehler ("Dümmer als Frau Ypsilanti kann man sich nicht anstellen") habe die SPD auf Bundesebene viele Mitglieder verloren. Auch im Kreis Birkenfeld ist sie um fünf Prozent auf nunmehr knapp über 1000 geschrumpft - und damit auch die Zahl der Ortsvereine: Gegenüber 33 im Jahr 2007 gibt es jetzt noch 26. "Wir haben aber immer noch deutlich mehr Mitglieder als die CDU." Während diese bei der Listenaufstellung für den Kreistag laut Noss eine "Politik der verbrannten Erde" betrieben hat, setzt die SPD nach seinen Worten dabei auf möglichst breiten Konsens: "Eine Diskussion Alt gegen Jung wird es bei mir nicht geben."

Ein besonderer Wunsch

Neben einem Appell an die "sehr aktiven" Jusos zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Gruppen in Idar-Oberstein und Birkenfeld und einem Lob für den Landrat ("Es gibt im ganzen Land keinen, der auf so vielen Veranstaltungen präsent ist"), äußerte der Kreisvorsitzende auch einen besonderen Wunsch: "Ich würde mich freuen, wenn wir im Kreis endlich eine gemeinsame Wasserversorgung hinbekämen. Darum ringen wir jetzt schon seit einigen Jahren. Das müsste doch mit etwas gutem Willen von allen Seiten möglich sein." (kuk)