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Nahe Zeitung, 12.05.2009

Wenn der Alltag schwierig wird
Infoveranstaltung zum Thema Demenz

IDAR-OBERSTEIN. "Demenz geht alle an". Zu diesem Themenkreis fand auf Initiative des Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Noss in Idar-Oberstein eine Informationsveranstaltung statt. Noss betonte, wie wichtig es sei, über die Demenzkrankheit, die nach allen Schätzungen in den nächsten Jahren rasant zunehmen werde, offensiv zu informieren. Zurzeit seien etwa 70 000 Menschen in Rheinland-Pfalz an Demenz erkrankt, von denen rund 60 Prozent überwiegend zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt würden.

Laut Staatssekretär Christoph Habermann ist es wichtig, dass die pflegenden Angehörigen bei ihrer schweren Arbeit unterstützt werden. Mithilfe und Unterstützung erhofft er sich dabei von dem im Kreis Birkenfeld gegründeten Netzwerk Demenz, eine Einrichtung, die er sich auch in vielen anderen Kreisen und Städten wünschen würde. Auf Landesebene soll nach Aussagen von Habermann in Kürze das "Landes-Netz-Werk Demenz Rheinland-Pfalz" öffentlich vorgestellt werden, das die Arbeit der Demenznetzwerke und Selbsthilfegruppen in Rheinland-Pfalz zusammenführen und die Arbeit bündeln soll.

Dr. Martin Michael, Psychiatriekoordinator des Kreises, sagte, dass Demenz eine Volkskrankheit sei, die bedingt durch die demografische Entwicklung und das Älterwerden der Menschen weiter zunehmen werde. Die Demenz bringe einen Verlust der erworbenen Fähigkeiten mit. Dr. Michael: "Selbst Dinge des alltäglichen Lebens können von Demenzkranken nicht mehr selbst erledigt werden." Er berichtete, dass das Netzwerk 2005 aus einem Arbeitskreis hervorgegangen sei und seine schwierige Arbeit auch 2007 auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Baumholder präsentiert habe.

Der Schulung der Angehörigen komme eine besondere Bedeutung zu. Entsprechende Veranstaltungen seien zwar insgesamt gut besucht, dennoch bestünden bei vielen Angehörigen von Demenzkranken immer noch gewisse Hemmschwellen. Er wies auf die verschiedenen Beratungsstellen im Kreis hin, wo Angehörige Hinweise über die Erkrankung erhalten.

Staatssekretär Habermann betonte abschließend, dass die Demenz nicht nur eine wichtige sozialpolitische Aufgabe sei, sondern eine Herausforderung für alle Bürger darstelle.