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Nahe Zeitung, 09.07.2009

Klinikum will investieren

Ja zur Neurochirurgie in Idar-Oberstein bedeutet Planungssicherheit für weitere Verbesserungen

Im November 2008 sah es so aus, als sei das Aus für die Neurochirurgie am Klinikum Idar-Oberstein unvermeidbar. Doch im zweiten Anlauf gelang doch noch die Wende.

IDAR-OBERSTEIN. Nach monatelanger Zitterpartie herrschen jetzt Freude und Erleichterung, dass die Neurochirurgie in Idar-Oberstein erhalten bleibt (wir berichteten). Landrat Axel Redmer sieht darin den ersten großen Schritt, dem nach seinen Worten Investitionen in anderen Bereichen folgen werden: Es werde dadurch "schon bald weitere erkennbare Verbesserungen" im Klinikum geben, dessen Träger, die Saarland Heilstätten GmbH (SHG), zuletzt zunehmender Kritik ausgesetzt war.

Diese zielte vor allem auf die Ausstattung und Personalbesetzung einzelner Abteilungen. "Da wird sich etwas bewegen", kündigt Redmer aufgrund von Gesprächen mit der SHG und dem Gesundheitsministerium in Mainz an. Das jetzt erreichte Ja zur Neurochirurgie führt er vor allem auf eine intensive Überzeugungsarbeit hinter den Kulissen zurück. Im ersten Anlauf im November hatte im Krankenhausplanungsausschuss des Landes kein Einziger für die Einrichtung in Idar-Oberstein gestimmt.

Am Dienstag gab es - bei vor allem in Trier nach wie vor vorhandenem Widerstand - immerhin ein Patt in dem 17-köpfigen Gremium. "Nun zahlt sich aus, dass wir ebenso beharrlich wie geduldig auf diese Entscheidung hingearbeitet haben, statt gleich den Weg in die Öffentlichkeit zu suchen", unterstreicht auch SPD-Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Noss. "Das Ministerium konnte aufgrund der Fakten gar nicht anders, als die Zulassung zu erteilen", meint die CDU-Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner, die sich ebenfalls froh und erleichtert darüber zeigte. Aus ihrer Sicht hat gerade der öffentliche Druck zu diesem positiven Ausgang beigetragen.

Jetzt ist gewährleistet, "dass abseits von den Ballungsgebieten auch in unserer Region die Schlaganfallpatienten nach den gleichen Standards behandelt werden", betonen Redmer und Noss. Bisher fehlte der Neurochirurgie in Göttschied der Versorgungsauftrag, was dazu führte, dass nur die privaten, nicht aber die gesetzlichen Krankenkassen für die Leistungen aufkamen. Aufatmen über die Wende auch beim Träger: SHG-Geschäftsführer Joachim Wild sprach von einem "bedeutenden und richtungsweisenden Ereignis". "Wir können es noch gar nicht fassen", ist auch der Verwaltungsdirektor des Klinikums, Christoph Bendick, erfreut über die Nachricht aus Mainz.

Für die in die Neurologie integrierte Neurochirurgie sind insgesamt 20 Betten vorgesehen. Die Patienten werden laut Bendick von drei Fachärzten betreut. Die Assistenzärzte werden sowohl in der Neurologie als auch in der Neurochirurgie eingesetzt, erläutert der Direktor. Jetzt habe man die nötige Planungssicherheit für weitere Investitionen und den Ausbau des medizinischen Leistungsspektrums. Als Beispiele nannte Bendick die Dermatologie und die Kinderklinik. (kuk)