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13.05.2009 20/09

Infoveranstaltung zu Demenz

Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss fand in Idar-Oberstein eine Informationsveranstaltung mit Staatssekretär Christoph Habermann und dem Psychiatriekoordinator des Kreises Dr. Martin Michael zu dem Thema "Demenz geht alle an" statt.

Der Landtagsabgeordnete begrüßte die zahlreichen interessierten Besucher und betonte, dass es wichtig sei über die Demenzkrankheit, die nach allen Schätzungen in den nächsten Jahren rasant zunehmen werde, offensiv zu informieren. Zurzeit sind wie Noss weiter mitteilte, etwa 70.000 Menschen in Rheinland-Pfalz an Demenz erkrankt, von denen ca. 60% zu Hause, überwiegend von ihren Angehörigen gepflegt werden.

Nach Meinung von Staatssekretär Habermann ist es von großer Wichtigkeit, dass die pflegenden Angehörigen bei ihrer schweren Arbeit unterstützt werden. Wichtige Mithilfe und Unterstützung erhofft er sich dabei von dem im Kreis Birkenfeld gegründeten Netzwerk Demenz, eine Einrichtung, die er sich auch in vielen anderen Kreisen und Städten des Landes wünschen würde. Auf Landesebene soll nach Aussagen von Habermann in Kürze das "Landes-Netz-Werk Demenz Rheinland-Pfalz" öffentlich vorgestellt werden Dieses soll die Arbeit der bestehenden Demenznetzwerke und Selbsthilfegruppen in Rheinland-Pfalz zusammenführen und die Arbeit bündeln.

Dr. Martin Michael betonte, dass Demenz zwischenzeitlich eine Volkskrankheit sei, die bedingt durch die demografische Entwicklung und das Älterwerden der Menschen weiter zunehmen wird. Die Demenz zeichnet sich durch einen Verlust der erworbenen Fähigkeiten aus, selbst Dinge des alltäglichen Lebens können von Demenzkranken nicht mehr selbst erledigt werden. Dr. Michael führte weiter aus, dass das Netzwerk 2005 aus einem Arbeitskreis hervorging und seine schwierige Arbeit auch 2007 auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Baumholder präsentierte. Der Schulung der betreuenden Angehörigen komme eine besondere Bedeutung zu. Die entsprechenden Veranstaltungen seien zwar insgesamt gut besucht, dennoch sei offensichtlich, dass bei vielen Angehörigen von Demenzkranken immer noch eine gewisse Hemmschwelle bestehe, mit dieser Krankheit offen umzugehen.

Er wies auch auf die verschiedenen Beratungsstellen im Kreis hin, wo Angehörige wichtige Hinweise über die Demenzerkrankung erhalten können.

Staatssekretär Habermann betonte abschließend, dass die Demenz nicht nur eine wichtige sozialpolitische Aufgabe sei, sondern eine Herausforderung für alle Bürgerinnen und Bürger darstelle. In der anschließenden Diskussion wurde die Gesamtthematik ausführlich behandelt und etliche Fragen der Anwesenden beantwortet.

Noss bedankte sich abschließend bei Christoph Habermann und Dr. Martin Michael für ihre interessanten Ausführungen, sowie bei allen Anwesenden für ihr großes Interesse, er betonte, dass die Demenzerkrankung wohl noch öfter Thema von Veranstaltungen sein wird.