Startseite | Kontakt | Impressum | Sitemap

www.hans-juergen-noss.de

Nahe Zeitung, 23.06.2008

Zahl der Pflegebedürftigen wird weiter steigen

Staatssekretär Christoph Habermann informierte im Badischen Hof auf Einladung von MdL Noss über die "Zukunft der Pflege"

IDAR-OBERSTEIN. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss fand im Badischen Hof in Idar-Oberstein eine gut besuchte Informationsveranstaltung mit dem Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Sozialministerium, Christoph Habermann, statt. Thema war die Zukunft der Pflege.

Noss stellte zunächst fest, dass die Pflege in den nächsten Jahren eines der wichtigsten Themen werden wird, denn während zur Zeit etwa 1,9 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig seien, werden es bis zum Jahr 2030 weit mehr als 3 Millionen sein. "Es ist daher unverzichtbar die, Voraussetzungen für eine menschenwürdige Pflege auch angesichts dieser Entwicklung langfristig zu sichern, wobei der Pflegeversicherung eine besondere Rolle zukommt."

Der Staatssekretär unterstrich dies in seinem anschließenden Vortrag und betonte, dass die Landesregierung dem Thema Pflege große politische Bedeutung beimisst. "Die Sicherung einer menschenwürdigen Pflege gehört zu den herausragenden Aufgaben des modernen Sozialstaates. Wie wir mit pflegebedürftigen, oft hilflosen Menschen umgehen, ist ein Gradmesser für die Humanität in unserem Land", sagte Habermann, der deutlich machte, dass es bei der Pflege einen deutlichen Verbesserungsbedarf gebe.

Die steigende Zahl älterer Menschen führe zwangsläufig dazu, dass die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steige, denn das Risiko pflegebedürftig zu werden, nimmt ab dem 80. Lebensjahr stark zu. Von besonderer Bedeutung seien dabei die Demenzkranken, die viele betroffenen Familien, aber auch die Gesellschaft vor große Probleme stellen. Mit dem im Juli in Kraft tretende Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht Habermann wichtige Verbesserungen für Pflegebedürftigen und Angehörige.

In wohnortnahen Pflegestützpunkten sollen pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen kompetent "Hilfen aus einer Hand" in allen Fragen der Pflege erhalten. Finanzielle Verbesserungen für Pflegebedürftige bringen für die Leistungserbringer und die Angehörigen eine deutliche Entlastung.

Staatssekretär Habermann betonte auch, dass je größer die Abhängigkeit des Hilfebedürftigen ist, desto strikter der Schutz sein muss. Er sieht es daher als dringende Notwendigkeit an, Transparenz über die Pflegeangebote und ihre Qualität zu schaffen. Dazu sollen Qualitätsberichte über die einzelnen Einrichtungen und Dienste erstellt werden. So soll auch erreicht werden, dass "ein schwarzes Schaf" nicht alle seriös arbeitenden Einrichtungen in Misskredit bringen kann.

Abschließend wies der Gast aus dem Mainzer Sozialministerium auf die große Bedeutung eines Generationen übergreifenden bürgerschaftlichen Engagements hin, welches erforderlich sei und künftig auch finanziell gefördert werde.