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Nahe Zeitung, 22.12.2008

Schullandschaft wird sich ändern

Entwicklungsplan soll im Januar vorliegen - Im Kreistag gab"s dazu nur Andeutungen, aber noch keine konkreten Details

Im Januar soll der erste Entwurf des neuen Schulentwicklungsplans vorliegen. Einzelne weiterführende Schulen im Kreis werden angesichts sinkender Schülerzahlen auf Dauer wohl nicht zu halten sein.

BIRKENFELD. Die Schullandschaft im Kreis Birkenfeld wird sich in den nächsten Jahren erheblich verändern: Das machte die Haushaltsdebatte im Kreistag deutlich, ohne dass es dabei ins Detail ging.

Knackpunkt: die neuen "Realschulen plus". SPD-Sprecher Hans Jürgen Noss sprach von notwendigen Kooperationen zwischen den Verbandsgemeinden: Starres Kirchturmdenken führe bei der Strukturreform dazu, "dass alle verlieren". Von konkurrierenden Schulen außerhalb des Kreises würden "stellenweise ohne Rücksicht" Kinder abgeworben, kritisierte Noss mit Blick auf die neue Integrierte Gesamtschule in Morbach und die bestehende Gesamtschule in Türkismühle. Er sprach von "modernem Raubrittertum".

Noss: Keine verlorene Zeit

Der Entwurf des Schulentwicklungsplans, in dem die zukünftigen Strukturen aufgezeigt werden, soll Anfang Januar vorliegen. Er sollte nach Vorstellungen von Landrat Axel Redmer auch öffentlich diskutiert werden. "Das wird eine ganz schwierige Operation, bei der es Einschnitte geben wird", kündigte der Landrat gegenüber der Nahe-Zeitung an. Er dementiert Gerüchte, dass er für eine Integrierte Gesamtschule in Birkenfeld eintrete.

Bei den Gymnasien ist nach der "teilweise hitzigen Diskussion" (Redmer) der vergangenen Monate vorerst alles geklärt: Das Göttenbach-Gymnasium wird zum nächsten Schuljahr Ganztagsschule. Das diesmal nicht zum Zug gekommene Gymnasium Birkenfeld rechnet für 2010/11 fest mit einer Zusage. "Bei der Größe unseres Kreises können wir mit einem bewilligten Ganztagsgymnasium sehr zufrieden sein", bilanziert Noss. "Das ist keine Niederlage und auch keine verlorene Zeit", bewertet er die Situation des Gymnasiums in der Kreisstadt. "Es sollte jetzt die Zeit nutzen, um weiter nachzubessern."

Nach seiner Meinung gibt es keinen Grund, mit der Entscheidung zu hadern. Neben CDU-Sprecher Helmut Billert hatte sich allerdings auch Dieter Rausch (FLKB) darüber erstaunt gezeigt: Das Gymnasium Birkenfeld sei größer, der Ganztagsbetrieb erfordere anders als an der Göttenbach keine Investitionen und keine Improvisationen. "Das Ministerium hat so entschieden, ohne dass auf der politischen Ebene getrickst wurde", betonte der Landrat gegenüber unserer Zeitung.

Aus der Luft gegriffen?

"Wir haben eine hervorragende Schullandschaft", unterstrich Noss im Kreistag. Sie wird sich aber nach seiner Einschätzung durch die "Realschule plus" grundlegend verändern. An Kooperationen führe kein Weg vorbei. Für ihn eine "Nagelprobe, ob wir in der Lage sind, über die Grenzen von Gemeinden und Verbandsgemeinden hinaus zu denken". Redmer hat da Zweifel: "Ich bin mir nicht so sicher, ob wir frei und offen genug für eine solche Diskussion sind", verwies er auf die Debatte über die Ganztagsgymnasien.

Als "völlig aus der Luft gegriffen" bezeichnete Noss die Behauptung von Christel Catrein (LUB), dass an den "Realschulen plus" landesweit etwa 45 Fachoberschulen (FO) eingerichtet werden sollen. In Idar-Oberstein seien dafür genügend Kapazitäten an den Berufsbildenden Schulen vorhanden, betonte Catrein. Nach Aussage von Noss, Innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, gebe es dazu keine Vorgaben: Eine Fachoberschule für eine "Realschule plus" könne beantragt werden, falls der Träger es für sinnvoll hält. (kuk)