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Nahe Zeitung, 21.07.2008

Aus dem Investitionsstock des Landes fließen weitere 274 000 Euro für die Sanierung der Stichbahn Heimbach-Baumholder
Ministerium hält Wort

Projekt beanspruchte 2,42 Millionen Euro

Der "warme Regen" aus dem Investitionsstock für die VG Baumholder war zwar keine Überraschung, bestätigte aber das klare Bekenntnis des Landes zur Stärkung des Militärstandorts im Westrich.

BAUMHOLDER. In voller Höhe trägt das Land auch die Mehrkosten für den Erwerb und die Sanierung der für den Militärverkehr unentbehrlichen Stichbahn von Heimbach nach Baumholder. Dies bekräftigte das Innenministerium: Laut Nachbewilligung fließen weitere 274 000 Euro aus dem Teilbereich Konversion des Investitionsstocks 2008, um das Projekt der Verbandsgemeinde Baumholder auszufinanzieren.

Insgesamt wendete die VG 2,42 Millionen Euro auf. Deutlich billiger als kalkuliert wurde der 2006 getätigte Grunderwerb dank der ebenso hartnäckigen wie erfolgreichen Verhandlungen von Büroleiter Werner Bauerfeld mit dem vormaligen Eigentümer, der Deutschen Bahn: Statt der eingeplanten 582 000 Euro waren lediglich 350 000 Euro zu zahlen - ursprünglich hatte die Bahn sogar gut zwei Millionen Euro gefordert.

Hingegen entstanden bei der Sanierung und Rationalisierung beträchtliche Mehrkosten - und zwar hauptsächlich beim Oberbau, der sich um 465 000 Euro auf 1,1 Millionen Euro verteuerte. Gegenüber dem Instandsetzungsbedarf, den ein vom Innenministerium beauftragter Gutachter ermittelt hatte, bedeutete das eine Steigerung um 73 Prozent. Dabei wirkten sich in erster Linie die explodierten Stahlpreise aus. Eine Erhöhung um 37 Prozent schlug bei den Brückenbauwerken zu Buche. In absoluten Zahlen: von 84 000 auf 115 000 Euro. Exakt eingehalten wurden die Ansätze indes beim Scheidtwaldtunnel mit 230 000 Euro. Insgesamt beanspruchte die Instandsetzung mit 1,45 Millionen Euro rund eine halbe Million Euro mehr als geschätzt, betrug aber nur ein Bruchteil der von der Deutschen Bahn veranschlagten zwölf Millionen.

Zudem bildete die Anpassung der Leit- und Signaltechnik einen größeren Ausgabeposten von 621 000 Euro - etwa 10 000 Euro mehr als zunächst angenommen.

Für die Verbandsgemeinde Baumholder ist die zusätzliche Förderung keine Überraschung, denn das Ministerium signalisierte bereits unmittelbar nach dem Zuschussantrag am 15. März 2007 seine Bereitschaft, auch die zusätzlichen Kosten voll zu decken.

Gleichwohl ist diese Entscheidung bemerkenswert, wie der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss betont: "Die Erstattung der Kosten in vollem Umfang ist völlig unüblich und zeigt, dass das Land zu seinen Versprechungen steht, Baumholder zu stärken." Weitere Anstrengungen der kommunalen Ebenen und des Landes seien erforderlich, um nach der Aufwertung Baumholders zum dauerhaften Standort der US-Army ideale Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Erneute Investitionen erfordert die Reaktivierung der 8,9 Kilometer langen Strecke für den 1981 eingestellten Personenverkehr, der spätestens 2014 wieder aufgenommen werden soll. Dafür sind neue Haltepunkte in Heimbach (Ort), Ruschberg und Baumholder nötig. (ks)