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Nahe Zeitung, 14.02.2008

Der Unterschied liegt fast nur im Namen
Der SPD-Landtagsfraktionsvize stellte rheinland-pfälzische Schulreform und "Realschule plus" vor

BIRKENFELD. Die Resonanz überraschte sogar den SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Noss, der eingeladen hatte. Rund 100 Besucher, die Mehrheit vom Fach, drängten sich in der Birkenfelder Brückenschenke, um aus erster Hand und von einem der Macher - dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Alexander Fuhr - Details über die rheinland-pfälzische Schulreform und die geplante "Realschule plus" zu erfahren.

Pisa, die "sehr negative" Debatte um die Hauptschule und die demografische Entwicklung, die von einem Rückgang der Schülerzahlen bis 2020 um rund ein Viertel ausgeht, waren Motivation für die Gesetzesnovelle, erklärte der Gast aus Mainz. Weil Eltern immer mehr den höherwertigen Abschluss anstreben, wie ihn Realschulen und Gymnasien bieten, soll bei den weiterführenden Schulen das System künftig auf zwei Säulen ruhen: dem Gymnasium mit der Unterform der Integrierten Gesamtschule und der "Realschule plus" mit kooperativer Regionalschule. Hier können Schüler nach zwei gemeinsamen Schuljahren die Berufsreife (mit Abschluss des 9. Schuljahrs) oder die Mittlere Reife (10. Schuljahr) sowie nach zwei Jahren Fachoberschule die Fachhochschulreife anstreben. Starten könnte die "Realschule plus" mit dem Schuljahr 2009/10, rechnet Fuhr. Voraussichtlich 2013/14 wären dann die Real- und die Hauptschulen in große Verbünde überführt. Ab 2011 würden "an ausgewählten Orten" Fachoberschulen eingerichtet.

Verbindlich von den Landkreisen gefordert werde ein Schulentwicklungsplan - so der SPD-Fraktionsvize zum weiteren Prozedere. "Wir haben bereits Kontakt zu einigen dieser bundesweit agierenden, speziellen Planungsbüros aufgenommen", berichtete der Landrat: "Wir wollten nur den Entwurf des Landesschulgesetzes abwarten." Auch plädierte Redmer dafür, künftig alle weiterführende Schulen in die Trägerschaft der Landkreise zu geben. So könne man Standortdiskussionen in den Verbandsgemeinden aus den Weg gehen. Und die neuen Schulformen dort einrichten, wo sie aus pädagogischer Sicht und von den Voraussetzungen her am sinnvollsten seien.

Die Themen Trägerschaft und Weiterentwicklung des Schulsystems zu trennen, forderte Bürgermeister Manfred Dreier. In der Verbandsgemeinde Birkenfeld sei durch die Regionale Schule eine gewisse Stabilisierung eingetreten. Auch verfüge man mit dem Schulzentrum über besondere Voraussetzungen.

Mit der Frage nach dem Unterschied von Regionaler Schule und "Realschule plus" begann (nicht unerwartet) die Diskussion. "Es ist nur ein Name", räumte Fuhr ein. Doch die Abgrenzung "integriert beziehungsweise kooperativ arbeitend" komme auch zum Ausdruck. Angesprochen wurde auch die Bezahlung der "plus"-Lehrer ("wie bei den Regionalen Schulen nach ihrer jeweiligen Ausbildung"), aber auch die zweijährige Fachoberschule (wofür sich laut Bürgermeister Dreier die Birkenfelder Regionalschule geradezu anbietet) und die einst von der rheinland-pfälzischen SPD favorisierte Integrierte Gesamtschule. Dazu Noss: "Es wird sie landesweit nicht geben." (kpm)