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Nahe Zeitung, 14.01.2008

Die Schuldenspirale dreht sich immer schneller

Landtagsabgeordneter Noss besuchte die Schuldnerberatungsstelle in Idar-Oberstein - Zahl der Hilfesuchenden wächst

IDAR-OBERSTEIN. Die zunehmende Anzahl von Privatinsolvenzen war für den Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss Anlass, sich bei der Schuldnerberatungsstelle in Idar-Oberstein zu informieren. Geschäftsführer Klaus Böhmer sowie seine Mitarbeiter Katharina Hartmann, Ralf Böhmert und Wolfgang Zwetsch berichteten, dass in den letzten Jahren ein starkes Ansteigen der "Fälle" zu verzeichnen sei.

So seien im vorigen Jahr mehr als 500 Menschen mit ihren finanziellen Problemen zur Schuldnerberatungsstelle gekommen, um eine Lösung für ihre finanzielle Schieflage zu finden. Böhmer betonte, dass bei diesen Beratungsgesprächen häufig ein ganzheitliches Beratungskonzept erforderlich sei, damit die Hilfesuchenden in der Lage sind, ihren Alltag zu meistern.

Meist kommen die Hilfesuchenden erst, wenn die Notlage schon sehr weit vorangeschritten ist. So merkte Katharina Hartmann an, dass gerade in ihrem Beratungsschwerpunkt (Schuldnerberatung für Menschen im ALG II- Bezug; zumeist Miet- und Energieschulden) eine zeitnahe Terminvereinbarung nach der ersten Kontaktaufnahme erforderlich ist.

Pfarrer Uwe Germerdonk wies daraufhin, dass es erforderlich sei, in der Öffentlichkeit ein Verständnis dafür zu wecken, dass viele verschuldete Menschen häufig "unverschuldet" in ihre Notlage geraten.

Vielen Menschen fehle, so Böhmert, auch der Überblick über ihre finanzielle Situation. Bequeme Ratenzahlungen, "auf Kante geschnittene" Finanzierungen und ein oft übersteigertes Konsumverhalten sind nach seinen Worten häufig Auslöser für eine sich immer schneller drehende Schuldenspirale.

Fehlende Kenntnisse über die Folgen von Vertragsabschlüssen und die sich hieraus ergebenden Konsequenzen sind, wie Wolfgang Zwetsch ergänzte, weitere Punkte, die für das Ansteigen der Hilfesuchenden in der Beratungsstelle verantwortlich sind. Mit gezielten Unterrichtsstunden, die nach Meinung von Noss in den Rahmenplan der Schulen als fester Bestandteil eingebaut werden sollten, versucht die Schuldnerberatungsstelle unter anderem Jugendliche auf die Wichtigkeit des Haushaltens mit den eigenen Mitteln hinzuweisen, um auf diese Weise gemeinsam mit den Lehrern präventiv zu wirken.

Katharina Hartmann ergänzte die Ausführung um die Feststellung, dass sich aus dem Kreis der ALG II-Empfänger ein wachsendes Schuldnerpotenzial ergebe, so seien seit Februar 2007 bereits 143 Hilfesuchende aus dieser Personengruppe zu verzeichnen.

Klaus Böhmer bedankte sich abschließend bei dem Abgeordneten dafür, dass das Land sich finanziell stark bei der Schuldnerberatungsstelle in Idar-Oberstein engagiert. Durch die gemeinsame Trägerschaft von Diakonie und Kreisverwaltung sei eine gute Zusammenarbeit mit kurzen Wegen möglich, wofür sich Böhmer bei Hans-Jürgen Brünesholz und Klaus Lukas, dem Leiter der Sozialabteilung bei der Kreisverwaltung, bedankte.

Noss sagte Klaus Böhmer und seinen Mitarbeitern auch weiterhin seine volle Unterstützung für die Belange der Schuldnerberatungsstelle und der betroffenen Menschen zu.