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Nahe Zeitung, 08.04.2008

Kinder profitieren vom Netzwerk
Auch das Land unterstützt die vom montags bis freitags laufende Nachmittagsbetreuung im Baumholderer Jugendzentrum

2006 musste die Verbandsgemeinde Baumholder endgültig eingestehen, dass die für eine Ganztagsschule notwendige Interessentenzahl an der Grundschule "Westrich" nicht erreicht wird. Trotzdem stehen die Kinder nicht auf der Straße.

BAUMHOLDER. Regen Zuspruch findet die Nachmittagsbetreuung im Baumholderer Jugendzentrum: Gemeinsam nehmen 42 Kinder aus der Grundschule und den 5. Klassen der Haupt- und der Realschule das Mittagessen ein, erledigen unter Anleitung die Hausaufgaben und beteiligen sich an Arbeitsgemeinschaften. Nachdem der Versuch gescheitert war, die Grundschule zu einer Ganztagsschule gemäß Landesmodell zu machen, setzten die Partner das bewährte Konzept fort, für das es nach wie vor großen Bedarf gibt.

Zum Essen finden sich die Erst- und Zweitklässler nach dem Unterricht um 12 Uhr ein, eine Stunde später folgen die Größeren. Längst nicht alle sind von der Küche der Geriatrischen Fachklinik begeistert. "Der Nachtisch von der Bundeswehr war besser", sagt Kai Hansmann, dem Jonathan Kelley beipflichtet: "Ich vermisse die leckere Eiscreme." Eine Lanze für den jetzigen Lieferanten bricht dagegen Alicia Özdemir: "Mir schmecken vor allem die gefüllten Pfannkuchen."

Weiter geht es mit der Hausaufgabenhilfe, der sich - wenn es kein Lehrer mit dem Pensum übertrieben hat - die AGs anschließen: Computer, Lesen und Malen, Basteln, Sport, biblische Geschichten, Märchen und alle zwei Wochen freitags Kochen. Im Gegensatz zur Ganztagsschule steht das Team um JuZ-Leiter Axel Kurz freitags zur Verfügung - bis 15 Uhr, an den anderen Tagen bis 16 Uhr. "Wer nachmittags arbeitet, arbeitet dann überwiegend auch freitags", erklärt der federführende Pfarrer Burkard Zill: Bei jeweils etwa einem Drittel der Teilnehmer sind beide Elternteile berufstätig oder die Mütter alleinerziehend. Einer Sprachförderung bedürfen die meisten anderen - entweder wegen ihres Migrationshintergrunds oder ihrer Herkunft aus einer bi-nationalen Ehe. Mit der evangelischen Kirchengemeinde spielt im "Baumholderer Netzwerk" auch die familienorientierte Jugendhilfe der Kreuznacher Diakonie eine tragende Rolle.

Neben Verbandsgemeinde, Stadt und Kreis unterstützt das Land aus dem Aktionsprogramm "Familienfreundliches Rheinland-Pfalz" das Projekt mit 10 000 Euro aus dem Topf "Mittagsbetreuung im sozialen Brennpunkt". Aus Sicht des Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss, der sich für den Zuschuss einsetzte und mit Bürgermeister Volkmar Pees die Schülerhilfe besuchte, ist "dieses Geld sehr gut angelegt, denn die Maßnahme verbessert die Perspektiven der Kinder". (ks)