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Nahe Zeitung, 02.06.2008

Politiker zeigen sich hoch erfreut über die Entscheidung des amerikanischen Verteidigungsministeriums - Housing-Bereich der Soldaten und die Infrastruktur werden verbessert

Army bleibt für 20 Jahre
US-Standort soll attraktiver gestaltet werden

Die Meldung über den Erhalt des US-Standorts kursierte bereits mehrfach in den Medien - doch jetzt ist es sicher: Baumholder wird dauerhafter Stützpunkt von etwa 7000 amerikanischen Soldaten - und das wahrscheinlich für die kommenden 20 bis 30 Jahre.

BAUMHOLDER. Der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sorgte für Wirbel, als er 2003 die Pläne zur Schließung des US-Standortes Baumholder bekannt gab. Seitdem wurden unzählige Verhandlungen zwischen Vertretern des Landes Rheinland-Pfalz und der amerikanischen Seite geführt. Jetzt - fünf Jahre später - haben sich die Bemühungen ausgezahlt: Baumholder bleibt Stützpunkt der US-Streitkräfte. Das Pentagon deklarierte Baumholder zu einem dauerhaften Standort, einer "enduring base".

Lediglich etwa 5000 deutsche Einwohner hat die Stadt Baumholder, aber rund 11 000 Amerikaner leben dort, überwiegend Soldaten mit ihren Familien. Deshalb stellt der US-Standort für die gesamte Region einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor dar, schafft auch zivile Arbeitsplätze und steigert die Kaufkraft. Einzelhändler und Unternehmen wird es freuen, dass der seit Jahren andauernde Rückzug amerikanischer Soldaten vorerst gestoppt ist. Baumholders Verbandsgemeindebürgermeister Volkmar Pees, den die "gute Nachricht freut wie ein Weihnachtsgeschenk": "Es kehren endlich Ruhe und Planungssicherheit ein. Die Bürger können jetzt in Ruhe bauen und müssen keine Angst haben, dass ihr Arbeitsplatz wegfällt."

Der Rheinland-Pfalz-Tag im vergangenen Jahr zeigte in besonderer Weise die enge Verbindung zwischen Deutschen und Amerikanern in Baumholder. Über die Jahre sind viele Freundschaften entstanden. Mit der Entscheidung, dies an dem Jubiläumstag herauszuarbeiten und im gesamten Land sichtbar zu machen, habe der Landkreis auch auf kommunaler Ebene auf die richtige Karte gesetzt, sagte Landrat Axel Redmer.

"Rheinland-Pfalz und die US-Streitkräfte pflegen eine gute Partnerschaft. Wir haben in den vergangenen Jahren eng mit den Verantwortlichen der US-Streitkräfte zusammengearbeitet", sagten Innenminister Karl Peter Bruch und Ministerpräsident Kurt Beck über den politischen Erfolg. Diese konsequente Linie des Landes habe der Landkreis, die Stadt und die Verbandsgemeinde Baumholder stets mitgetragen, so Redmer.

"Die Bemühungen unseres Ministerpräsidenten und unseres Innenministers, der vor Ort viele Gespräche führte, haben Früchte getragen", freut sich der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss: "Das erreichte Ergebnis übertrifft bei Weitem das, was wir erwarten und erhoffen konnten." Neben dem unbefristeten Erhalt des US-Standorts etwa in der heutigen Größe werde sich auch der Ausbau des Truppenübungsplatzes für die heimische Wirtschaft auszahlen. "Niemand hat ein Patentrezept für eine neuerliche Konversion", zeigte sich der SPD-Politiker ob der guten Nachricht erleichtert. Wie Bruch im Gespräch mit der NZ sagte, kann jetzt auch daran gearbeitet werden, den Housing-Bereich - die Wohnanlagen - für die amerikanischen Familien zeitgemäß zu gestalten. Außerdem soll die Infrastruktur erheblich verbessert werden. Wenn sich die Verlegungsstruktur der Streitkräfte nicht großartig ändert, bleiben die GIs über 2012 noch mindestens 20 Jahre in Baumholder, schätzte Bruch zuversichtlich. Die Truppenstärke werde wahrscheinlich nicht stark von der gegenwärtigen abweichen - in der Größenordnung einer Brigade liegen. (me)