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Nahe Zeitung, 31.12.2007

Bald Römerspiele in Heiligenbösch
Spatenstich für den Ausbau der Freizeitstätte zum Interpretationszentrum

Beinhart gefrorener Boden und klirrender Frost auf der Anhöhe zwischen Leisel und Schwollen waren nicht gerade die idealen Bedingungen für einen ersten Spatenstich. Doch die Zeit drängte.

LEISEL. Weil die erste Zuschussrate aus Mainz noch fürs alte Jahre bewilligt war, mussten Bauarbeiter wie Kommunalpolitiker kurz vor den Feiertagen noch einmal ran: In der Freizeitstätte Heiligenbösch zelebrierten sie den ersten Spatenstich für das geplante Interpretationszentrum. Direkt vom Verhandlungstisch, wo man sich über eine Vielzahl von Details der künftigen Nutzung einigen konnte, waren Vertreter von Förderverein, Kirchenkreis und Kirchengemeinde sowie Verbandsgemeinde als Bauträger an die künftige Baustelle gekommen. Im Rahmen des Kulturerbe-Konzepts durch das Land gefördert (Mainz trägt zu den mit 375 000 Euro kalkulierten Kosten des ersten Abschnitts 80 Prozent bei), werde die Maßnahme dazu beitragen, die aus den 60er-Jahren stammende und "in die Jahre gekommene Anlage" auf Dauer zu erhalten, sagte Bürgermeister Manfred Dreier.

Die fünf Hütten der Freizeitstätte mit knapp 50 Übernachtungsbetten werden durch Neubauten mit Duschen und zeitgemäßen sanitären Einrichtungen ersetzt. An das Seminargebäude wird ein "Haus der römischen Spiele" angebaut. Darüber hinaus sollen auf den Gelände eine römische Wasserleitung und ein römischer Backofen zu Demonstrationszwecken rekonstruiert werden. "Eine Einrichtung in überaus imposanter Lage und mit einer Vielzahl von Besuchern über Jahrzehnte hinweg drohte damals die Schließung", erinnerte Dreier an die Zeit, als vor zwei Jahren ein neues Nutzungskonzept ins Gespräch gebracht wurde. Und sich Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Noss wie Landrat Axel Redmer gleichermaßen dafür stark machten.

Als Außenstelle des Birkenfelder Museums des Vereins für Heimatkunde soll künftig im "Interpretationszentrum Heiligenbösch" museumspädagogisch gearbeitet, gebastelt und gespielt werden. Auch für historische Seminare - beispielsweise über bis dato wenig untersuchte Christianisierungsprozesse hierzulande - eignet sich Heiligenbösch, wo auf den Grundmauern eines römischen Landhauses und späterer Wallfahrtsstätte eine christliche Kirche erbaut wurde. Grüße von Innenminister Karl Peter Bruch, der im Spätsommer Museum und Außenstelle besichtigt und sich begeistert gezeigt hatte, überbrachte SPD-Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Noss. Er lobte nicht nur die "tolle Ergänzung" des Kulturerbe-Konzepts, sondern auch die ungewöhnliche Kooperation zwischen Kirchen- und politischen Gemeinden, von der nach seinen Worten letztlich alle profitieren. (kpm)