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Nahe Zeitung, 31.03.2007

Die beiden großen Stadtratsfraktionen haben sich geeinigt: Idar-Oberstein wird einen hauptamtlichen Beigeordneten bekommen - Bewerber ist ein Politneuling

SPD kürte den Kandidaten

Friedrich Marx (46) soll Beigeordneter werden - Stadtrat wählt voraussichtlich im Mai

Die großen Fraktionen haben sich geeinigt und gehandelt. Idar-Oberstein wird einen hauptamtlichen Beigeordneten bekommen.

IDAR-OBERSTEIN. Die Mitgliederversammlung der SPD wählte am Donnerstagabend den politisch bisher nicht in Erscheinung getretenen Friedrich Marx, Abteilungsleiter der Stadtwerke, mit 53 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen zum Kandidaten für das Amt des hauptamtlichen Beigeordneten.

Nachdem die Christdemokraten Anfang März Zustimmung zur hauptamtlichen Lösung signalisiert hatten, so Oberbürgermeister Bruno Zimmer gegenüber der NZ, stand der Kandidatenkür nichts mehr im Wege. Aufgrund einer Vereinbarung der beiden großen Stadtrats-Fraktionen steht den Sozialdemokraten das Vorschlagsrecht in dieser Personalfrage zu. Die Christdemokraten dürfen im Gegenzug den Bürgermeister-Kandidaten bestimmen.

Marx war in der Versammlung der einzige Kandidat. Der 46-jährige Idarer war von Fraktion und Stadtverband vorgeschlagen worden, wo er sich im Vorfeld gegen die beiden Mitbewerber Achim Rhein und Holger Ritter durchgesetzt hatte.

Der gebürtige Idarer kam nach seinem Diplomabschluss als Bauingenieur und nach einer zweijährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr 1984 zur Stadt, bevor er zu den Stadtwerken wechselte. Friedrich Marx ist verheiratet und hat eine siebenjährige Tochter.

Erstmals ist ein Beigeordnetenkandidat nicht aus den Reihen der SPD-Fraktion gewählt worden. "Die Fraktion ist mehrheitlich den Vorstellungen des OB gefolgt", erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Rainer Luthmann. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, obwohl ich bisher nicht die Gelegenheit hatte, Friedrich Marx näher kennenzulernen", bekundet Luthmann, der bedauert, dass die verdienstvolle Arbeit von Achim Rhein im Stadtvorstand nicht zu dem von ihm gewünschten Ergebnis geführt habe.

Friedrich Marx ist der Wunschkandidat von Bruno Zimmer, der mehrfach betont hatte, dass er wegen der anstehenden Großprojekte im Bereich der Stadtwerke (Anschluss an die Primstalsperre, Bäderfrage) eine sachorientierte Besetzung des durch seine Wahl zum Oberbürgermeister frei gewordenen Beigeordnetenamtes favorisiere.

Für den Politneuling Marx, der zwar seit 1996 SPD-Mitglied ist, aber kein Amt innehatte, spricht nach Überzeugung von Bruno Zimmer vor allem "die Sachkompetenz". Zudem biete diese Lösung finanzielle Vorteile. "Wir werden keinen neuen Abteilungsleiterposten in den Stadtwerken schaffen, wir werden vermutlich auf der technischen Sacharbeiter-Ebene jemanden einstellen", erklärt Zimmer. Diese Variante biete noch einen weiteren Vorteil: "Wenn wir irgendwann zur Überzeugung kommen sollten, dass wir keinen hauptamtlichen Beigeordneten mehr brauchen, haben wir hier keinen Versorgungsfall."

Auch einen anderen Aspekt betont Zimmer: Die im OB-Wahlkampf versprochene und von ihm angestrebte Bürgernähe lasse sich nur mit einem hauptamtlichen Beigeordneten verwirklichen. "Eine kluge Entscheidung", kommentiert CDU-Fraktionsvorsitzender Lothar Jockenhövel diese Lösung, die viel Geld spare. Bereits in der Klausurtagung im Januar seien die Christdemokraten zur Überzeugung gelangt, dass der Stadtvorstand die vielfältigen Aufgaben nur mit einen hauptamtlichen Beigeordneten bewältigen könne. "Zudem fühlten wir uns an die 2005 mit der SPD getroffene Grundsatzvereinbarung gebunden", sagt Jockenhövel, der die "Sachkompetenz von Marx schätzt". Die CDU-Fraktion tagt in der kommenden Woche. "Ich gehe davon aus, dass der Vorschlag angenommen wird", so Lothar Jockenhövel.

Nach Ostern soll im Ältestenrat der Stadt über den Vorschlag beraten werden. Wird die Stelle ausgeschrieben, könnte Marx in der Mai-Sitzung des Stadtrates, die voraussichtlich am 21. Mai stattfinden soll, zum Beigeordneten gewählt werden. Sollte auf eine Ausschreibung verzichtet werden, was möglich ist, wenn 27 von 40 Stadtratsmitgliedern das beschließen, könnte die Wahl sogar schon am 25. April über die Bühne gehen. (gav)

Dem frisch gekürten Kandidaten für das Amt des Beigeordneten, Friedrich Marx (3. von links), gratulieren (von rechts) Bruno Zimmer, Achim Rhein, Axel Redmer und Hans Jürgen Noss.