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Nahe Zeitung, 23.04.2007

Angebote im Blick: Nachsorgemöglichkeiten und Langzeitmaßnahmen sollen Betroffene begleiten - Bruchweilerer "Edelsteinklinik" begreift sich als "Plattform"

Kampf dem Übergewicht
Im Kreis Birkenfeld gründeten Politiker und Gesundheitsexperten das "Netzwerk Adipositas"

Adipositas, krankhaftes Übergewicht, hat vor allem bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Übergewicht aber ist Risikofaktor für Folgeerkankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkverschleiß und chronische Rückenschmerzen.

BRUCHWEILER. Kampf der "Adipositas", dem krankhaften Übergewicht: Mit diesem Ziel trafen sich in der "Edelsteinklinik" in Bruchweiler Politiker, Ärzte, Ernährungsberater, Vertreter von Krankenkassen, Sportvereinen, Schulen und Kindertagesstätten und gründeten das regionale "Netzwerk Adipositas" im Kreis Birkenfeld.

Vor allem bei Jugendlichen kommt mit der "Volkskrankheit" häufig eine soziale Isolation mit hohem psychischem Leidensdruck hinzu. Die stationäre Therapie strebt beim Patienten eine Gewichtsreduktion, die Veränderung des Essverhaltens und Bewegungsförderung an. Langfristig müssen die Betroffenen allerdings eine Änderung ihres Lebensstils erreichen. Daher ist die Nachsorge von großer Bedeutung. Ob und welche Möglichkeiten für solche Langzeitmaßnahmen wohnortnah existieren, ist aber oftmals den Kranken und auch Medizinern wenig oder gar nicht bekannt.

Hier setzt das "Netzwerk Adipositas" an. Fast 100 Personen aus allen Bereichen der sozialen und medizinischen Kinder- und Jugendarbeit trafen sich auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss am Freitag in der "Edelsteinklinik" in Bruchweiler. Chefärztin Dr. Heidi Siefken-Kaletka moderierte die Rede- und Diskussionsbeiträge und stellte klar, dass sich die Klinik nicht als "Motor des Netzwerkes, aber doch als Informationsplattform" sehe. "Das Netzwerk soll sich in Eigeninitiative entwickeln und erhalten", war einer der Grundsätze, die sie und auch die übrigen Redner betonten.

Nach einführenden Worten von Noss und Dr. Richard Auernheimer, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Sozialministerium, gab Landtagsabgeordneter Peter Werner Dröscher hilfreiche Tipps und Einschätzungen aus seiner Erfahrung beim Aufbau des "Netzwerks Adipositas" im Raum Kirn, Bad Sobernheim und Meisenheim.

Jupp Arldt, Vorstandsmitglied des "Adipositas-Netzwerkes" Rheinland-Pfalz und Geschäftsführer der Landeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, stellte deren vielfältige Hilfsangebote, Projekte und Kooperationspartner vor. Die Koblenzer Diplom-Oecotrophologin Almut Otte-Henn referierte in Vertretung der Idar-Obersteiner Diätassistentin Elisabeth Wilke, mit der sie und neun weitere Ernährungsberaterinnen im "Qualitätszirkel Ernährung Rheinland-Pfalz" zusammenarbeitet, über das DAK-Modell einer "kombinierten Adipositas-Therapie".

Brigitte Faupel, Abteilungsleiterin "Ernährungsberatung und Lehrküche" in der Bruchweilerer "Edelsteinklinik", erläuterte die "Vier-Säulen-Therapie", die nach den von den Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Gesellschaft für Adipositas erstellten Leitlinien und Schulungskonzepten durchgeführt wird. Janka Heller, Vertreterin der Sportjugend Rheinland-Pfalz, stellte die Ziele des "Aktionsbündnisses Bewegungskindergarten" vor.

"Multidisziplinär zusammenarbeiten und den Betroffenen Adressen für Ansprechpartner an die Hand geben", war das Fazit der zweistündigen Gründungsveranstaltung des "Netzwerkes". "Es gibt bereits viele Hilfsangebote", sagte Jupp Arldt, "aber sie müssen in der Region noch viel bekannter werden".

Wunsch und Wille der Teilnehmer daher: verstärkter Informationsaustausch über bereits bestehende wohnortnahe Therapie- und Nachsorgemaßnahmen und - so Klinikchefin Heidi Siefken-Kaletka - "viele zukünftige aktive Programme, damit die Maschen des Netzwerks immer dichter geknüpft werden können". (ed)

Weitere Informationen: www.adipositas-rlp.de Wer ein Adipositas-Programm für die Bereiche Bewegung, Ernährung, Medizin oder Psychologie anzubieten hat, kann sich an die "Edelsteinklinik" wenden: zu Händen Brigitte Faupel, Lindenstraße 48, 55758 Bruchweiler.