Startseite | Kontakt | Impressum | Sitemap

www.hans-juergen-noss.de

Nahe Zeitung, 12.05.2007

Der rheinland-pfälzische Innen-Staatssekretär Roger Lewentz brachte eine Förderzusage nach Baumholder mit: Das Land trägt die kompletten Mehrkosten der Bahnsanierung

Ab 11. Juni sollen wieder Züge fahren
Zwischen Heimbach und Baumholder ersetzt Fernsteuerung das Personal

Über den Fortgang der Arbeiten an der sanierungsbedürftigen Bahnstrecke zwischen Heimbach und Baumholder informierte sich Staatssekretär Roger Lewentz. Im Gepäck hatte er eine erfreuliche Nachricht für die Verbandsgemeinde.

BAUMHOLDER. Mit der Zusage, dass das Land auch die Mehrkosten der Sanierung der Stichbahn von Heimbach nach Baumholder in voller Höhe trägt, kam Innen-Staatssekretär Roger Lewentz nach Baumholder: Statt der kalkulierten 2,15 benötigt die Verbandsgemeinde 2,42 Millionen Euro für das Projekt.

Bei seinem Besuch in der Westrichstadt am Donnerstag inspizierte der SPD-Politiker die Bauarbeiten im Bahnhof, die bis Ende Mai abgeschlossen sein sollen. Danach folgen Testfahrten, für den 11. Juni ist der Startschuss geplant.

"Die Sicherung des Militärstandorts Baumholder hat für die Landesregierung einen hohen Stellenwert", bekräftigte Lewentz, der hervorhob, dass die Nutzer US-Army und Bundeswehr das Betriebskostendefizit begleichen; beim Rheinland-Pfalz-Tag verkehren Personenzüge auf der 8,9 Kilometer langen Strecke, die 1912 eröffnet wurde.

"Für uns ist es keine Selbstverständlichkeit, auch Mehrkosten zu 100 Prozent zu übernehmen", bekundete der Staatssekretär, der das Engagement des SPD-Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss würdigte: "Er hat in Mainz gewichtige Argumente in die Waagschale geworfen."

Darüber hinaus lobte er die vorbildliche Zusammenarbeit von Land, Verbandsgemeinde und Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und erinnerte an das einst im Raum stehende Finanzvolumen von 14 Millionen Euro. Den von der Deutschen Bahn geforderten Kaufpreis drückte VG-Büroleiter Werner Bauerfeld von zwei Millionen auf 350 000 Euro. Auf zwölf Millionen Euro waren die Bauarbeiten veranschlagt; später wurde ein Instandsetzungsbedarf von 953 300 Euro ermittelt, der sich vor allem wegen der gestiegenen Stahlpreise auf 1,45 Millionen erhöhte. Allein 1,1 Millionen Euro entfallen auf den Oberbau. Die Gleisanlage wurde zwischen Ruschberg und Baumholder auf einer Länge von 2,2 Kilometern erneuert; Betonschwellen ersetzten die verrosteten Stahlschwellen. Derzeit wird noch die Ladestraße 16 im Bahnhof Baumholder umgebaut, berichtet Klaus Freidel von der RP Eisenbahn GmbH, die für die Baumaßnahmen und die Betriebsführung verantwortlich zeichnet. Für 230 000 Euro wurde der 620 Meter lange Scheidtwaldtunnel zwischen der Station und dem Ort Heimbach saniert, 115 000 Euro flossen in die Reparatur zweier Brücken in Heimbach.

Mit 621 000 Euro blieb die Anpassung der Leit- und Sicherungstechnik an das Betriebskonzept fast im Kostenrahmen. An die Stelle der herkömmlichen Stellwerkstechnik mit Personaleinsatz tritt die "Elektrisch Ortsgestellte Weiche" (EOW). Die Fahrdienstzentrale von RP Eisenbahn im sächsischen Mulda steuert das System, erklärte Geschäftsführer Norbert von Schivanovits: "Vom Zugmeldeverfahren der DB stellen wir auf maßgeschneiderten Zugleitbetrieb für nichtbundeseigene Eisenbahnen um."

Exzellente Unterstützung attestierte der Bürgermeister der VG Baumholder, Volkmar Pees, dem Innen- und dem Verkehrsministerium und der Entwicklungsagentur. (ks)