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Nahe Zeitung, 09.08.2007

Weg vom verstaubten Image
Innenminister Bruch besichtigte das erweiterte Birkenfelder Museum

BIRKENFELD. Der hohe Gast war sichtlich begeistert: Bei seinem Besuch des sanierten und erweiterten Birkenfelder Museums konnte sich Innenminister Karl Peter Bruch überzeugen, dass die vom Land beigesteuerten Gelder gut angelegt sind.

Immerhin 80 Prozent der Baukosten des ersten Abschnitts, die sich auf 720 000 Euro summieren, kamen aus Mainz. Den zweiten Teil, der 600 000 Euro beansprucht, unterstützt das Land ebenfalls großzügig. Wegen des Eigenanteils, den die Verbandsgemeinde als Bauherr aufzubringen hat, ist aber unklar, wann das Vorhaben verwirklicht werden kann.

An die 1989 vom damaligen Landrat Dr. Ernst Theilen geborene Idee, das regionale Kulturerbe touristisch zu erschließen, erinnerte Bürgermeister Manfred Dreier. In diesem Konzept, das gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Baumholder umgesetzt wird, ist das am 9. Juni nach zweijähriger Modernisierung wiedereröffnete Museum des Vereins für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld das Informationszentrum. Als Außenstellen sind der römische Grabhügel bei Siesbach, das Dorfmuseum in Brücken, der zwischen Oberhambach und Hattgenstein gelegene Zauberwald um den mystischen Hambacher Felsen und das geplante Interpretationszentrum Heiligenbösch vorgesehen, für das der Innenminister am Montag eine Förderzusage gab (wir berichteten). Eine solche Rolle könnte auch der Burg Birkenfeld und der Altburg bei Weiersbach zufallen.

Welch geschichtsträchtige Region das Birkenfelder Land ist, zeigt Museumsleiterin Regina Geiß-Dreier mit dem keltischen Schaugrabhügel am Umwelt-Campus, der rekonstruierten Römerstraße im Wasserschieder Wald und künftig auch mit der Götterallee zwischen Schwollen und Leisel.

Die ausgewählten Orte machen die Säulen des Regionalerbes deutlich. Kulturgeschichtlich bilden Kelten und Römer, Handwerk, Landwirtschaft und die Birkenfelder Wittelsbacher das Rückgrat. Der Komplex Natur spiegelt sich in Geologie, Fauna und Flora, Wasser sowie im Zauberwald wider. "Wir wollen weg vom verstaubten Heimatmuseum", beschrieb Geiß-Dreier, die auf Erlebnispädagogik setzt, die Marschroute. (ks)

Ob Würzwein, Pinienkerne, Trauben oder Datteln - was einst den Kelten und Römern mundete, schmeckte auch Innenminister Bruch an der antiken Speisetafel. Foto: Gerhard Ding