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Nahe Zeitung, 07.07.2007

Breite Front gegen NPD-Aktionen
Rund 150 Teilnehmer bei "Aktion gegen rechts" auf dem Obersteiner Marktplatz - Warnung vor "braunen Biedermännern"

Nach Stipshausen zeigten jetzt auch in Idar-Oberstein zahlreiche Bürger Flagge gegen rechts und protestierten gegen NPD-Aktivitäten im Kreis.

IDAR-OBERSTEIN. Zu der von verschiedenen Organisationen und Gruppen initiierten "Aktion gegen rechts" kamen gut 150 Menschen auf den Obersteiner Marktplatz. Im Gegensatz zu der Veranstaltung in Stipshausen am Montagabend gab es in Oberstein keine rechten Störmanöver. Mit Reden, aber auch mit musikalischen Beiträgen von Sonja Gottlieb, Elisabeth Jost und Hermann Mosel nahmen die Teilnehmer klar Stellung gegen alle Versuche der NPD, im Kreis Birkenfeld politisch an Einfluss zu gewinnen.

"Null Toleranz für Rechtsradikale" kündigte der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss an und forderte die Bekämpfung der NPD und anderer rechter Gruppierungen "mit allen rechtsstaatlichen Mitteln". Noss unterstrich den parteiübergreifenden Charakter der Veranstaltung und warnte vor der neuen Strategie der Rechten, die "im Gewand des Biedermannes" daherkomme.

Die Kreisbeigeordnete Ingrid Schwerdtner forderte, dass es "nie wieder eine schweigende Mehrheit der Anständigen" geben dürfe und charakterisierte den Kreis Birkenfeld als "weltoffenen Landkreis", der durch seine Edelsteinindustrie so international wie kaum ein anderer sei und der in Baumholder ein Beispiel dafür liefere, wie zwei Nationen friedlich miteinander leben könnten.

Tom Sessa sprach für die Jugendbeiräte in Herrstein, Rhaunen und Baumholder und lobte die eindeutige Botschaft der Veranstaltung in Stipshausen: "Wenn es überall so läuft, haben die Braunen keine Chance." Marco Loch von der Awo-Jugend warnte vor der "netten Tour" der NPD, die über Projekte wie Hausaufgabenhilfe oder Kinderbetreuung vorgebe, soziale Probleme lösen zu wollen.

Anne Sinclair vom Schalom-Verein wies darauf hin, dass die NPD "in Symbolik und Programmatik" im neuen Gewand dem der alten Nazis entspreche und forderte ein "Erinnern für die Zukunft". Für den Kulturverein "Die Schnecke" wies Axel Redmer darauf hin, dass nationalsozialistisches Gedankengut keineswegs nur von den rechten Rändern der Gesellschaft komme, sondern häufig auch "in der Mitte der Gesellschaft" verbreitet sei, etwa in Form von Vorurteilen gegen Ausländer. Pfarrer Wolfgang Poller forderte, nicht nur demokratische, sondern auch christliche Kultur im Kampf gegen rechts zu vermitteln. Oberbürgermeister Bruno Zimmer erklärte, dass das Wählen rechter Parteien "keine legitime Protestwahl" sei, sondern dass man damit den demokratischen Grundkonsens unserer Gesellschaft verlasse. (jst)