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Nahe Zeitung, 05.03.2007

2000 protestierten in Gonzerath
Auch Teilnehmer aus dem Kreis Birkenfeld drückten bei der Demo ihren Unmut gegen das Schulungszentrum der NPD aus

Nicht nur die Menschen in Gonzerath hoffen, dass dieser Spuk bald beendet ist: Dafür soll auch die Demo sorgen, die am Samstag am Schulungszentrum der NPD lief.

GONZERATH. Mehr als 2000 Menschen, darunter auch etliche aus dem Kreis Birkenfeld, haben am Samstag friedlich gegen das NPD-Schulungszentrum in der Hunsrück-Gemeinde Gonzerath demonstriert.

Für den Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss war es "eine Selbstverständlichkeit", dort seinen Protest zu bekunden. Stark vertreten war die Kreisgruppe der Jusos. Der Innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag zeigte sich beeindruckt davon, dass ingesamt so viele kamen. "Wahrscheinlich wären es noch mehr gewesen, wenn das Wetter besser gewesen wäre."

Er hofft darauf, dass dieser Widerstand, den auch Landtagspräsident Joachim Mertes in einer engagierten Rede artikulierte, Wirkung zeigt. Zugleich setzt Noss auch darauf, dass die konjunkturelle Erholung dafür sorgt, dass nicht noch mehr Leute den "Allesversprechern" der NPD auf den Leim gehen.

Erleichtert ist der Abgeordnete, dass die Demonstration geordnet ablief: Dafür sorgten mindestens 200 Polizeibeamte, die das 1200-Einwohner-Dorf seit dem frühen Samstagmorgen abriegelten: Wer in den Ort wollte, musste zwei Kontrollen passieren. "Gonzerath sagt Nein zu NPD und Schulungszentrum" stand auf dem großflächigen Transparent, das die Demonstranten in der ersten Reihe hielten, als sich die Menschenmenge um 13 Uhr in Richtung Alte Schule in Bewegung setzte. Ein Grüppchen NPD-Funktionäre zeigte sich auf der Wiese vor der Schule zumindest nach außen unbeeindruckt. "Das stört uns überhaupt nicht", gab sich NPD-Landeschef Peter Marx selbstbewusst.

Von der eigentlich für diesen Tag angekündigten offiziellen Eröffnung des NPD-Schulungszentrums in dem heruntergekommenen Gebäude war allerdings keine Rede mehr. Die sei in den Mai verschoben worden, kündigte Marx an - "aus Sicherheitsgründen", wie er sagte. Da musste selbst die ansonsten eher zurückhaltende Polizeisprecherin grinsen: "Sicherer als heute, das geht doch gar nicht mehr", meinte Monika Peters angesichts des Großaufgebots an Polizisten ringsherum. (sey/kuk)