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Nahe Zeitung, 28.03.2006

Viele Prominente schnitten schlechter ab

Mit seinem Erststimmen-Minus lag Hans Jürgen Noss besser als der Durchschnitt der SPD-Bewerber - Wolfgang München gewann überdurchschnittlich

Sowohl bei Hans Jürgen Noss als auch bei Wolfgang München war das Verhältnis ihrer Erst- zu den Zweitstimmen ihrer Partei besser als im Land.

KREIS BIRKENFELD. Obwohl er bei der Landtagswahl am Sonntag mit 47,2 Prozent schlechter abschnitt als seine Partei mit 49,1 Prozent, ist Hans Jürgen Noss mit seinem Ergebnis "vollauf zufrieden". In dieser Einschätzung fühlt er sich bei einem Vergleich mit den anderen Direktkandidaten der SPD bestätigt: Während er um 1,9 Punkte hinter den Zweitstimmen zurückblieb, waren es im Landesdurchschnitt 2,3 Punkte.

Kurt Beck klar vorne

Unangefochtener Spitzenreiter ist Kurt Beck: Der Ministerpräsident heimste an der Südlichen Weinstraße nicht nur mit 58,1 Prozent das überragende Resultat, sondern mit zehn Punkten auch den größten Erststimmenüberhang aller Sozialdemokraten ein. In der Hitliste der zehn SPD-Kandidaten, die sich über mehr Wahlkreis- als Landesstimmen freuen konnten, rangiert Staatssekretär Hendrik Hering mit einem Plus von drei Punkten auf Platz 2.

Auch der Kuseler Stadtbürgermeister Jochen Hartloff schlug sich mit Bravour: Seine 55,0 Prozent bedeuteten 1,2 Punkte mehr als die SPD-Ausbeute und in absoluten Zahlen hinter Beck das zweitbeste Ergebnis landesweit.

Unter den 30 Bewerbern, die in dieser Skala hinter Noss stehen, sind auch etablierter Politiker. So musste sich der Fraktionsvorsitzende Joachim Mertes im Wahlkreis Rhein-Hunsrück mit einem Minus von 3,3 Punkten abfinden, während sein Kontrahent Hans-Josef Bracht auf die CDU-Voten noch 6,1 Punkte draufsattelte. Demzufolge er-wies sich ein SPD-Vorsprung von 8,6 Punkten als Makulatur: Mit 41,6 zu 40,6 Prozent siegte der Christdemokrat.

Noch krasser war die Situation im Wahlkreis Bernkastel-Kues/Morbach: Dort lag die SPD bei den Zweitstimmen um 11,2 Punkte vor der CDU, aber Alexander Licht verteidigte mit 41,8 Prozent das Direktmandat: Ihm gelang eine Steigerung um 8,5 Punkte, Herausforderin Bettina Brück aus Thalfang hatte sich mit 40,1 Prozent zu begnügen - das sind 4,4 Punkte weniger als ihre Partei errang.

Sogar einen Rückstand von 13,2 Punkten bei den Landesstimmen steckte Neuling Arnold Schmitt (CDU) weg: Mit 43,3 Prozent jagte er Amtsinhaber Manfred Nink von der SPD (41,2 - minus 6,3) den Wahlkreis Trier/Schweich ab.

Trotz Einbußen von 5,2 Punkten gegenüber der Partei behielt im Wahlkreis Konz/ Saarburg, zu dem Hermeskeil gehört, Newcomer Alfons Maximini (SPD) mit 43,0 Punkten gegen Bernd Henter (42,0/plus 7,3) die Oberhand.

Auch die beiden direkt gekürten Abgeordneten aus dem Landkreis Bad Kreuznach erhielten weniger Stimmen als die SPD. Dennoch hatte Carsten Pörksen (Bad Kreuznach), der 43,1 Prozent gegenüber 46,4 für die SPD erzielte, gegen Dr. Thomas Höfer (Burg Layen), der 36,4 Prozent bei 30,7 für die CDU einfuhr, die Nase vorn. Im Wahlkreis Kirn/Bad Sobernheim zog neben Peter Wilhelm Dröscher aus Kirn (48,4 bei 52,2 für die SPD) Bettina Dickes aus Waldböckelheim (31,2 bei 27,1 für die CDU) dank ihres 22. Platzes auf der Landesliste ins Parlament ein.

Anders als bei der SPD übertrafen 50 der 51 CDU-Aspiranten das Ergebnis ihrer Partei - im Schnitt um 5,8 Punkte: In 14 der 18 von CDU-Bewerbern gewonnenen Wahlkreise wurde die SPD stärkste Kraft. Nur der Gegenkandidat von Kurt Beck an der Südlichen Weinstraße beklagte einen Verlust. Von diesem schwierigen Terrain abgesehen war die Bilanz von Spitzenkandidat Christoph Böhr (35,4 bei 33,3 für die CDU) am bescheidensten. 13 Bewerber legten noch stärker zu als Wolfgang München (7,2) - allen voran die über die Liste abgesicherte Konkurrentin von Umweltministerin Margit Conrad im Donnersbergkreis, Simone Huth-Haage (39,4 bei einem Plus von 13,3), und Hoffnungsträger Christian Baldauf aus Frankenthal mit 12,6 Punkten, der mit 46,7 Prozent siegte, obwohl seine Partei 11,2 hinter der SPD einlief.

Meding Vorletzter

Erfahrungsgemäß kassieren die FDP-Bewerber weniger Stimmen (diesmal 7,8) als ihre Partei (8,0). Vor fünf Jahren betrug der Abstand noch 0,4 Punkte - im Kreis Birkenfeld wegen der Popularität von Thomas Wild 0,1. Während die FDP jetzt im Kreis Birkenfeld auf 8,9 Prozent kam, erreichte Kai-Uwe Meding lediglich 6,6. Nur in der Heimat von Landesvater Beck gingen einem Liberalen noch mehr Wähler von der Fahne als dem 23-Jährigen.

Obwohl sie in fünf Wahlkreisen gar nicht antraten, wurden für Grünen weitaus mehr Erst- als Zweitstimmen abgegeben (5,0 gegenüber 4,6 Prozent). Mit 3,8 Prozent bei 3,4 für seine Partei lag Manuel Arend im Trend.

Absolut das fünftbeste Ergebnis im Land holte Tanja Krauth mit 4,6 Prozent bei 4,1 für die WASG, die im Land 2,7 Prozent Erst- und 2,5 Prozent Zweitstimmen verbuchte. (ks)

Mit einer Glückwunsch-Torte überraschten Mitarbeiterin Marion Weinz und Ute Theiß den alten und neuen MdL. Foto: Drumm