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Nahe Zeitung, 28.02.2006

Ortskernsanierung nimmt Formen an
Arbeitsgruppe präsentierte Staatssekretär Hering erste Erkenntnisse

Lösungen zur Ortskernsanierung in Rhaunen und zur Begegnung der negativen Begleiterscheinungen der demographischen Entwicklung standen im Mittelpunkt der Beratungen, zu der der Sprecher der Arbeitsgruppe "Ortskernsanierung", Arnold Scherer, neben dem Staatssekretär des Mainzer Innenministeriums, Hendrik Hering, auch Landrat Axel Redmer eingeladen hatte.

RHAUNEN. Bereits im Vorfeld hatte der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss erste Vorschläge mit dem Landespolitiker erörtert.

Ortsbürgermeister Manfred Klingel informierte den Gast über die gravierendsten Veränderungen in der Gemeinde. Dabei machte er deutlich, dass die Verantwortlichen stets die "Entwicklung innerhalb der Ortslage" angestrebt haben. "In vielen Häusern wohnen zu wenig Leute", fasste Klingel das Ergebnis des Katasters zusammen, das Arnold Scherer erstellt hatte. Mit Beispielen machte er den drohenden Verfall deutlich, stellte aber auch einige vorbildlich renovierte Gebäude vor. Rolf Kronz zeigte anschließend verschiedene Möglichkeiten auf, mit denen "nutzbares und attraktives Wohnen" im Ortskern möglich gemacht werden soll. Um das Ziel zu erreichen, müssten alle verfügbaren Finanzmittel für eine zielgerichtete Entwicklung nach einem Dorferneuerungskonzept gebündelt werden, zeigte das Mitglied der Arbeitsgruppe einen möglichen Weg auf: "Eine kommunale Gesellschaft müsste mit einem Startkapital als einsetzbares Eigenkapital ausgerüstet werden."

Auch der Standortvorteil der Gemeinde sei ein wichtiger Punkt, so der Rhaunener. "Wir sind 13 Kilometer vom Hahn entfernt..." Hinzu komme die Erfahrung, die bei anderen Projekten gesammelt wurde. Als Beispiele nannte er unter anderem das Konversionsobjekt Idarwald-Kaserne und die Revitalisierung des ehemaligen Amtsgerichts.

"Wir kommen mit den bestehenden Instrumenten nicht mehr weiter", verdeutlichte Landrat Redmer den kreisweiten Handlungsbedarf. In fast allen Orten gebe es baufällige Gebäude. Es müssten vernünftige Finanzierungsmodelle geschaffen werden, die auch umsetzbar seien. Unter der Federführung des Innenministeriums könne Rhaunen als Pilotprojekt eine Vorreiterrolle für andere Objekte im Land übernehmen, schlug der Kreischef vor. "Ich bin mir sicher, dass man auch die passenden Finanziers findet", wies er auf das steigende Interesse von Bauunternehmungen und Geldinstituten hin. Bürgermeister Wolfgang Becker ergänzte, dass sich nach seiner Auffassung das Projekt innerhalb weniger Jahre refinanzieren werde und appellierte an den Gast aus der Landeshauptstadt die Motivation der Bürger zu unterstützen.

"Es ist schon erstaunlich, was hier geschaffen wurde", zeigte sich der Staatssekretär beeindruckt und schlug ein "zeitnahes Gespräch im kleinen Kreis" vor. Die Sonderbelastungen von Rhaunen seien leicht nachvollziehbar. "Die Ortsgemeinde ist nicht auf Rosen gebettet und die Eigeninitiative soll belohnt werden", versprach er abschließend.