Startseite | Kontakt | Impressum | Sitemap

www.hans-juergen-noss.de

Nahe Zeitung, 23.03.2006

Der SPD-Kandidat Hans Jürgen Noss kämpft auch mit Ortsbegehungen und Hausbesuchen um sein Landtagsmandat im Wahlkreis Birkenfeld

Von Tür zu Tür mit dem Vor-Vorgänger
Jeder Tag beginnt mit Büroarbeit - Pendler zwischen Birkenfeld und Mainz

Fast pausenlos im Einsatz ist derzeit der einzige Abgeordnete aus dem Kreis Birkenfeld, Hans Jürgen Noss: Den Wahlkampf muss er mit dem Landtagsmandat und den Ehrenämtern unter einen Hut bringen.

FISCHBACH/BAUMHOLDER. Nachdem er vor drei Jahren für den zum Landrat gewählten Axel Redmer nachrückte, bewirbt sich Hans Jürgen Noss am 26. März erstmals um das Direktmandat im Landtag. Schon bevor der Wahlkampf in seine heiße Phase trat, hatte der Birkenfelder einen prallen Terminkalender. Auch als sich die Reihen zusehends lichteten, fuhr er noch zu den Sitzungen in die Landeshauptstadt Mainz.

Ortsbegehungen führen ihn in die meisten Dörfer des Wahlkreises. "Viele Bürgermeister - aus allen politischen Lagern haben sich bei mir angefragt, wann ich zu ihnen komme", freut sich der 53- Jährige über die Resonanz.

Immer erst ins Büro

Spätestens um 6.30 Uhr steht er auf und startet mit Joghurt, Banane und Brot in den Morgen. Der beginnt mit Büroarbeit in Birkenfeld oder in Mainz: Schriftverkehr mit den Ministerien, Anliegen von Bürgern, Aktenstudium für die politischen Gremien, Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen, Telefonate. Um 10 Uhr ist in der Regel der erste Auswärtstermin - diesmal in Fischbach. Mit Ortsbürgermeister Michael Hippeli, der 1. Beigeordneten Kerstin Retzler-Schupp und Betriebsleiter Ulrich Münstermann erörtert er die Perspektiven des Kupferbergwerks. Zweites Thema ist der Rutschhang, zu dessen im Detail noch ungeklärter Sicherung 1,2 Millionen Euro vom Land beitragen.

Zudem sind Hausbesuche angesagt. Überrascht ist der passionierte Fußballer, dass er am späten Vormittag in gut zwei Dritteln der Häuser jemanden antrifft. "Alle waren zuvorkommend", zieht er zufrieden Bilanz - und nach drei Stunden von dannen. An den Mittagstisch ist wieder einmal nicht zu denken. "Im Schnitt esse ich drei Mal pro Woche zu Hause", berichtet der Berufspolitiker, den in der Verbandsgemeinde Baumholder Parteifreunde erwarten, wo er ins Gespräch mit Einwohnern kommen möchte. Beim "Canvassing" am Vortag in Heimbach lachte die Sonne. Doch jetzt trübt das regnerische Wetter seine Vorfreude. In der Tat sind weitaus weniger Menschen auf der Gasse anzutreffen. Auf der vorletzten Station, in Eckersweiler, gießt es gar wie aus Kübeln. Zum Abschluss steht Baumholder auf dem Programm. Dort begleitete ihn unlängst sein Vor-Vorgänger Jürgen Henze, nun unterstützt ihn Stadtbürgermeister Peter Lang, der bei der Kommunalwahl 2004 auf den persönlichen Kontakt setzte. Nass-kalte Tristesse herrscht in der Straße Überm Weiher, als die beiden Sozialdemokraten ihre Regenschirme aufspannen.

Überwiegend Senioren

In diesem Viertel wohnen überwiegend Senioren. Die Reaktionen sind höflich bis freundlich, nur wenige wirken reserviert, als der Stadtchef den Kandidaten vorstellt. Fast alle bekunden, Noss aus der Zeitung oder von Plakaten zu kennen. Meist bleibt es bei der Überreichung eines Faltblatts und ein paar netten Sätzen: "Ich weiche keiner Diskussion aus, will aber nicht aufdringlich sein." Zu einem Cappuccino im Wohnzimmer sagt er nicht Nein. "Viel Erfolg" wünscht ein Mann, der der Freien Wählergemeinschaft angehört, dem SPD-Kreisvorsitzenden. Ein Veteran stimmt das Hohelied auf Ministerpräsident Kurt Beck an: "Er wäre ein viel besserer Bundeskanzler, als es Gerhard Schröder war." Eine schwarze Serie beginnt: Fünf Mal in Folge öffnet niemand, die Flyer landen im Briefkasten. Das Duo lässt sich nicht entmutigen und wird mit Erfolgserlebnissen belohnt.

Relativ locker klingt der Tag aus - beim Konzert von Hannes Wader im Stadttheater in Oberstein. Ein gemütlicher Abend hat Seltenheitswert: Unzählige Wahlkampfauftritte gehören zum Marathonlauf, bei dem sich die Bewerber auf der Zielgeraden befinden. Karsten Schultheiß

Durchweg freundlich traten die Baumholderer an der Haustür dem Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noss (rechts) und Stadtbürgermeister Peter Lang gegenüber. Foto: Karsten Schultheiß