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Nahe Zeitung, 16.03.2006

Hans Jürgen Noss (SPD), der 2003 für Axel Redmer nachrückte, kandidiert diesmal zum ersten Mal direkt für den Landtag

Ein Aufstieg in Etappen
Persönliche Attacken hält er für überflüssig

Wie seine Mitbewerber mit Ausnahme von Franz Jansen kandidiert auch Hans Jürgen Noss zum ersten Mal direkt für den Landtag: 2003 rückte der Birkenfelder für den zum Landrat gewählten Axel Redmer nach. Beruflich wie politisch arbeitete Noss sich etappenweise beharrlich nach oben.

BIRKENFELD. Eine größere Machtfülle als seine Vorgänger aus dem Kreis Birkenfeld im Landtag hat Hans Jürgen Noss: Neben dem Mandat in Mainz, wo er auch im Innen-, im Gesundheits- und im Europaausschuss mitwirkt, und dem ebenfalls 2003 von Axel Redmer übernommenen Kreisvorsitz führt er bereits seit 1995 die SPD-Kreistagsfraktion.

Schon mit 16 Jahren trat der in Saarlouis geborene und in Schmelz aufgewachsene Saarländer, geprägt von den Erfahrungen seiner Kindheit und Jugend, der SPD bei: Weil für ihn als ältestes von fünf Kindern aus finanziellen Gründen - der Vater war Hüttenarbeiter - der Besuch des Gymnasiums nicht in Frage kam, ist für ihn klar, "dass Schulbildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein darf". Deshalb ist er auch gegen Studiengebühren. Für "dringend erforderlich" hält er hingegen den Mindestlohn. Wer heutzutage voll arbeite, müsse davon seine Familie ernähren können - ohne, wie zusehends festzustellen, noch auf einen Zweit- oder Drittjob angewiesen zu sein.

Zweiter Bildungsweg

Funktionen innerhalb der Partei bekleidete Noss erst nach seinem Umzug nach Birkenfeld, wohin ihn die Bundeswehr 1973 verschlug. Am Ende seiner zwölf Jahre bei der Luftwaffe erwarb der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann auf dem zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife. Nach seiner Ausbildung bei der Kreisverwaltung wechselte der frisch gebackene Diplom-Verwaltungswirt (FH) 1987 zur Verbandsgemeindeverwaltung, bei der er eine steile Karriere hinlegte. Als Oberamtsrat verließ er die Behörde.

Der Wechsel vom Landkreis zur Verbandsgemeinde zwang ihn, seine Mitgliedschaft im Birkenfelder Stadtrat, in den er 1979 als Nachrücker eingezogen war, und im Verbandsgemeinderat, dem er seit 1984 angehörte, aufzugeben. Weil sich die Unvereinbarkeit von Amt und Mandat nur auf VG-Rat und Stadtrat bezog, durfte Noss für den Kreistag kandidieren, in dem er seit 1989 sitzt. Waren seine Wahlergebnisse anfänglich bescheiden, so musste er zuletzt nur noch dem Herrsteiner Bürgermeister Klaus Beck den Vortritt lassen. In der Kommunal- und Landespolitik profitiert er nach eigener Einschätzung von seiner mittlerweile 25-jährigen Erfahrung und seiner Verwaltungstätigkeit. Zusätzliches Fachwissen erwarb er als Betriebswirt (VWA) und als er sich 1998 für den höheren Dienst qualifizierte. 2004 kehrte der heute 53-Jährige in den Verbandsgemeinderat zurück. Sein Interesse an der Politik hat der Geschäftsführer der Birkenfelder Eisenbahn GmbH an seinen Sohn Holger vererbt, der 2. VG-Beigeordneter und Juso-Kreisvorsitzender ist.

Seine zweite große Leidenschaft ist der Fußballsport: Früher spielte er mit dem SC Birkenfeld in der Bezirksliga, als Trainer war er in Kronweiler und Achtelsbach tätig, und noch immer jagt er, wenn es die Zeit erlaubt, gelegentlich beim TuS Ellweiler-Dambach dem runden Leder hinterher.

Ehrenamtlich engagiert sich der einstige Vorsitzende des SC Birkenfeld im Kuratorium der Stefan-Morsch-Stiftung und als Präsident des Kreismusikverbands, was ihm besonders viel Spaß macht. Dabei erlebt er auch, "was in den Vereinen geleistet wird".

Gegen Plakatierungsflut

Zu seinen obersten Grundsätzen gehört es, Andersdenkende nie persönlich anzugreifen: "Wer in der Sache fit ist, hat das auch gar nicht nötig." In der kleinen Welt der Kommunalpolitik seien solche Attacken ohnehin völlig fehl am Platz, betont er. Den Wechsel vom Beamten-Stuhl in die hauptberuflich betriebene Politik hat er bisher noch nicht bereut, auch wenn er jetzt regelmäßig eine 60 Stunden-Woche hat. "Aber die Arbeit macht mir Spaß und ich lerne dadurch immer wieder sehr interessante Leute kennen." Besonders freut er sich, wenn er einem jener Menschen, die immer öfter mit sozialen Anliegen zu ihm in die Bürgersprechstunde kommen, helfen kann.

Ein Dorn im Auge ist Noss im laufenden Wahlkampf, bei dem er insgesamt rund 100 Termine absolviert, die Plakatierungsflut: "Nach der Wahl müssen wir uns zusammensetzen und überlegen, wie wir das zukünftig eindämmen können." Kurt Knaudt

Lesen und heimwerken sowie Stadtbummel und Spaziergänge, so wie hier mit seiner 50-jährigen Frau Ulrike im Zauberwald zwischen Hattgenstein und Oberhambach, schätzt Hans Jürgen Noss in seiner Freizeit.

Im Detail:
Hans J. Noss

-53 Jahre, Landtagsabgeordneter

-Geburtsort: Saarlouis

-Wohnort: Birkenfeld

-Familienstand: verheiratet, zwei erwachsene Kinder

-Politisches Vorbild: Helmut Schmidt

-Wunschkoalition: SPD/FDP

-Politische Einordnung: "linke Mitte"

-Wahlkampfauftritte: "etwa 100"

-Wahlkampfbudget: keine Angaben

-Landeslistenplatz: 41