Startseite | Kontakt | Impressum | Sitemap

www.hans-juergen-noss.de

Nahe Zeitung, 10.03.2006

Die Landtagskandidaten Hans Jürgen Noss (SPD) und Wolfgang München (CDU) vertreten bisweilen konträre Standpunkte

Lob und Kritik für politische Akteure

Aspiranten plädieren für den Erhalt von Orts- und Verbandsgemeinden

Der eine plädiert für größere Einheiten bei der Müllentsorgung, der andere ist heilfroh, dass dem nicht so ist - bisweilen vertreten Herausforderer Wolfgang München und Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Noss konträre Standpunkte.

KREIS BIRKENFELD. Spannend wird bei der Landtagswahl am 26. März das Rennen um das Direktmandat im Kreis Birkenfeld - die Nahe-Zeitung lud die Bewerber der beiden großen Parteien, Hans Jürgen Noss (SPD) und Wolfgang München (CDU), zum Redaktionsgespräch ein.

Wie stehen Sie zum viel diskutierten Thema Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz und zur interkommunalen Kooperation, etwa beim Wasser?

Noss: "Das Thema Gebietsreform wird stark emotionalisiert, denn es geht um viele Posten. Die Ortsgemeinden müssen erhalten bleiben. Erster Schritt ist eine Aufgabenkritik. Bei der Wasserversorgung im Landkreis Birkenfeld besteht Handlungsbedarf; der Wasserzweckverband holpert still vor sich hin."

München: "Die bewährten Strukturen der Verbandsgemeinden müssen beibehalten werden. Wir brauchen aber eine Denkweise, die die politischen Grenzen überwindet. Die Müllentsorgung müsste kreisübergreifend organisiert werden. Beim Wasser kann ich mir statt des teuren Anschlusses an die Primstalsperre ein zweites Reservoir im Kreis Birkenfeld und eine touristische Nutzung vorstellen. Dies gilt auch für die Steinbachtalsperre, wo zumindest ein Rundwanderweg angelegt werden sollte."

Noss: "Bei der Abfallbeseitigung bin ich heilfroh, dass wir im Kreis Birkenfeld keine größere Struktur haben, wenn ich an die Region Trier mit der Herhof-Pleite denke."

Wie könnte der Landkreis Birkenfeld stärker an der Entwicklung auf dem Flughafen Hahn partizipieren?

München: "Die Passagierzahlen steigen rapide an, aber andere Kreise wie Cochem-Zell profitieren stärker davon als wir. Unsere Süd-Nord-Verbindungen sind Trampelpfade. Aber wir haben Alleinstellungsmerkmale wie die Edelsteine in Idar-Oberstein und die Attraktionen in Bundenbach. Leider hat man einiges verpennt. So hat sich bei der Hunsrückspange in zehn Jahren zu wenig getan."

Noss: "Das sehe ich differenzierter. Natürlich zahlt sich der Hahn für den Rhein-Hunsrück-Kreis mehr aus. Aber immerhin 250 von 2500 Arbeitskräften kommen aus unserem Kreis. Die Hunsrückspange muss im Koalitionsvertrag verankert werden."

Wie soll der Fremdenverkehr gefördert werden?

Noss: "Die Hälfte unseres Landkreises fühlt sich durch die Naheland-Touristik nicht vertreten. Aber auch ich habe kein Patentrezept. Uns fehlt es an Betrieben, die neben dem Stammpublikum noch einen Bus aufnehmen können. Fest steht jedenfalls, dass der Tourismus in unserem Kreis nie der beherrschende Wirtschaftsfaktor wird."

München: "Uns fehlt ein Kreis-image. Um unsere Trümpfe wie Edelsteine, Wandern und Geschichte zu vermarkten, müssen wir weg von der verkrusteten Struktur der Naheland-Touristik."

Was erwarten Sie vom Land für Baumholder?

München: "Alle vertrauen auf die Gutmütigkeit der Amerikaner, statt der Bevölkerung deutlich zu machen, wie die Chancen wirklich stehen, und intensiv an Konversionsplänen zu arbeiten. Der Rheinland-Pfalz-Tag 2007 rettet uns nicht und ist eine Belastung für die Kommune. Ich hätte darauf verzichtet."

Noss: "Das Land engagiert sich vorbildlich für Baumholder; im Kreis haben wir den Runden Tisch. Doch die Amerikaner geben keine klaren Auskünfte. Mit Hilfe der Landesregierung wurden die Standorte Baumholder, Kusel und Idar-Oberstein gestärkt. Aber wir brauchen auch die US-Army in Baumholder."

Die Fragen stellten Jessica Altherr, Kurt Knaudt und Karsten Schultheiß.