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Nahe Zeitung, 09.03.2006

Beck verspricht weitere Hilfe

Ministerpräsident betont bei seinem Wahlkampf-Auftritt in Idar-Oberstein: Wir werden Baumholder nicht im Stich lassen

Nachdrücklich bekräftigte Ministerpräsident Kurt Beck bei seinem Wahlkampf-Auftritt in der Göttenbach-Aula in Idar-Oberstein, dass die Region weiter auf die Unterstützung des Landes rechnen könne: "Wir werden euch nicht im Stich lassen", lautete seine leidenschaftliche Zusage für den Fall, dass die amerikanischen Streitkräfte Baumholder komplett verlassen.

IDAR-OBERSTEIN. Er sehe eine "realistische Chance", dass im Westrich eine schwere gepanzerte Einheit der US-Army verbleibt, bekundete Ministerpräsident Kurt Beck nach der Wahlkampf-Veranstaltung am Dienstagabend in der Göttenbach-Aula in Idar-Oberstein gegenüber der Nahe-Zeitung. Auch wenn das einen Verlust gegenüber den mehr als 5000 Soldaten, die derzeit mit ihren Angehörigen in Baumholder stationiert sind, bedeute: "Das würde uns schon sehr helfen." Denn die dabei notwendige "Teilabfederung", wie Beck es formulierte, kann die Region nach seiner Einschätzung mit Hilfe des Landes bewältigen.

Er hofft dabei weiter, dass der Truppenübungsplatz und die Nähe zum Flughafen Ramstein als besondere Trümpfe ausreichen, um die Amerikaner zum Bleiben zu bewegen. Wenn sie aber dennoch komplett abziehen, wäre das "ein ganz schwerer Brocken" - ein Berg, an den man sich erst herantasten könne, wenn die Grundsatzentscheidung bei den Amerikanern gefallen ist. "Die müssen wir jetzt erst abwarten, bevor wir in die Planung einsteigen können."

Für den schlimmsten Fall hat der Ministerpräsident aber in einem Punkt schon konkrete Vorstellungen: Er empfiehlt, den riesigen Housing-Bereich dann zumindest teilweise "platt zu machen" und in eine Grünfläche zu verwandeln, bevor eine andere Nutzungsmöglichkeit gefunden ist: "So eine Riesenwohnanlage kann man nicht einfach anders füllen." Psychologisch verheerend wäre es aus seiner Sicht, wenn die Gebäude einfach langsam verrotten: "Das kann eine ganze Stadt lähmen und erdrücken." Mal ganz abgesehen davon, dass dieses Areal auch bewacht werden müsste, um es vor mutwilliger Zerstörung zu schützen, wie Landrat Axel Redmer ergänzte.

Schon fast pathetisch hatte Kurt Beck vorher vor den rund 200 Zuhörern in der Göttenbach-Aula den Rheinland-Pfalz-Tag in Baumholder als "inneres Versprechen" des ganzen Landes bezeichnet, "für diese Region einzutreten". Am 1. Juli 2007 "stellt sich das ganze Land hinter diese Stadt und hinter diese Region".

283 Millionen Euro seien in den letzten Jahren in den Kreis Birkenfeld als das nach der Westpfalz bisher am meisten vom Truppenabzug betroffene und zudem besonders strukturschwache Gebiet geflossen. Geld, das nach Aussage von Landrat Axel Redmer sinnvoll eingesetzt wurde: Denn so liege der Kreis mit der Arbeitslosen-Quote von rund elf Prozent jetzt nicht wie Anfang der 90er-Jahre noch knapp 28, sondern "nur noch" annähernd 21 Prozent hinter dem Landesdurchschnitt.

Ohne auf die möglicherweise noch einmal neu aufflammende Diskussion zum vorgesehenen Standort Kammerwoog einzugehen, zeigte der Ministerpräsident sich davon überzeugt, dass "wir auch in der Bäderfrage in Idar-Oberstein bald gemeinsam eine Lösung finden".

Landrat Redmer und Hans Jürgen Noss, der Landtagsabgeordnete und Direktkandidat der SPD, unterstrichen in ihren Reden, dass Beck so oft wie noch kein anderer Ministerpräsident vor ihm den Landkreis besucht habe. Zudem priesen beide dessen Detailkenntnis: "Bei ihm müsste ich befürchten, dass er mir selbst über unseren Kreis noch was beibringen könnte", meinte Redmer. (kuk)

Viele Hände schüttelte Ministerpräsident Kurt Beck am Dienstagabend bei seinem Wahlkampf-Auftritt vor rund 200 Besuchern in der Göttenbach-Aula in Idar-Oberstein. Foto: Hosser