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Nahe-Zeitung, 03.04.2004

Lust und Vertrauen fördern das Lernen Fachgespräche zur Bildung in Kindertagesstätten

IDAR-OBERSTEIN/BIRKENFELD. Zwei Fachgespräche in Idar-Oberstein und Birkenfeld zur Bildung in Kindertagesstätten hatte der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss initiiert. Anlass war die Weiterentwicklung der Empfehlungen zur Bildungs- und Erziehungsarbeit des Landes aus den 70er Jahren nach der Pisa-Studie, die Xenia Roth, Referatsleiterin "Kindergärten" im Bildungsministerium, vorstellte. "Die Bildungsempfehlungen werden derzeit noch fast täglich aktualisiert", erklärte Xenia Roth den zahlreich erschienenen Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen und Elternvertretern. Pisa sei zwar ein Auslöser gewesen, aber im Kindergartenbereich werde schon seit längerer Zeit verstärkt die Debatte über qualitative Aspekte der Arbeit geführt, nachdem zuvor über Jahre die quantitativen Aspekte, die Versorgung mit Kindergartenplätzen, im Mittelpunkt standen.
In der überarbeiteten Fassung, so erklärte die Referatsleiterin weiter, seien vor allem neue Ergebnisse der Lernforschung, etwa aus der Neurophysiologie, berücksichtigt worden. So könne man heute nachweisen, dass Lust und stabile und vertrauensvolle Beziehungen effektives Lernverhalten fördern, während Angst sich hemmend auswirke. Unter diesen Aspekten müsse man auch berücksichtigen, dass mit wachsender täglicher Aufenthaltsdauer der Kinder in den Kindertagesstätten gleichzeitig Teilzeitarbeit problematischer werde.
Besonderen Wert habe man, so erklärte Xenia Roth weiter, bei der Neufassung der Empfehlungen auf die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule gelegt. Dieser Aspekt habe unter anderem auch deshalb stark an Bedeutung gewonnen, weil man vom kommenden Jahr an das Einschulungsalter flexibilisieren werden. Ein besonders umstrittener Punkt sei in diesem Zusammenhang die angestrebte verstärkte Dokumentation im Kindergarten und die Verfügbarkeit und Weitergabe dieser Daten.
Diese Einschätzung wurde durch die anschließende Diskussion bestätigt. Es sei auch zu erwarten, so Xenia Roth, dass durch die gestiegenen Anforderungen bei der Dokumentation, die sich in Zukunft mehr an den Ressourcen als an den Defiziten der Kinder orientieren solle, ein erhöhter Fortbildungsbedarf entstehen werde.
Die Referatsleiterin berichtete, dass es von den Kindergärten eine sehr große Resonanz auf die geplante Neufassung der Empfehlungen gegeben habe. So seien von den insgesamt etwa 2500 Einrichtungen im Land rund 1900 Fragebögen ausgefüllt zurückgekommen. Hinzu seien noch zahlreiche Briefe, E-Mails und Anrufe gekommen, so dass man eine Diskussion auf breitester Basis geführt habe. Das relativiere auch die teilweise geäußerte Kritik erheblich, dass in der Kommission, die die Empfehlungen erarbeitet haben, keine Erzieherinnen gesessen hätten. (jst)