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Nahe-Zeitung, 02.06.2004

Es kommt noch zu wenig vom Hahn
Kreis profitiert nach Meinung der SPD noch nicht genug vom Boom des Flughafens - Wahlziel: Ergebnis von 1999 wiederholen

"Wir wollen unser Ergebnis von 1999 wiederholen", umschreibt der SPD-Kreisvorsitzende Hans Jürgen Noss das große Ziel für die Kommunalwahl am 13. Juni. Seinerzeit blieben die Sozialdemokraten mit 18 Sitzen knapp vor der CDU (17) stärkste Kraft im Kreistag. Noss hofft, dass der bundespolitische Negativ- Trend nicht durchschlägt und "unsere Leistungen vor Ort honoriert werden", wie er im Gespräch mit der Nahe-Zeitung betonte.

IDAR-OBERSTEIN. Der Kreis habe kaum noch Luft zum Atmen: Das Defizit von 8,2 Millionen Euro sei aus eigener Kraft nicht auszugleichen, sagt der SPD-Kreisvorsitzende Hans Jürgen Noss, der auch die Kandidaten-Liste für den Kreistag anführt. "Wir können da nur auf Reform-Hilfe von Bund und Land vertrauen." Dem Kreistag und der Verwaltung bleibe nichts anderes übrig, als mit einem eisernen Sparkurs noch Schlimmeres zu verhindern: "Wir müssen jeden Euro zwei Mal umdrehen." Nur noch in zukunftsträchtige Felder investieren, sei das Gebot der Stunde. Als Beispiel nennt er die Schulen, die man weiterhin möglichst gut ausstatten müsse.

Nur ein Königsweg
Für Idar-Oberstein sieht der 51-Jährige nur einen Königsweg: "Die Stadt braucht zwingend die Anbindung an die A 62. Ohne die geht auf Dauer nichts." Im Gewerbepark Nahetal sei das produzierende Gewerbe bisher leider zu kurz gekommen: "Viele Betriebe haben nur den Standort innerhalb der Stadt gewechselt." Als "absolute A-Lage im Kreis" bezeichnet Noss das Gelände in Hoppstädten-Weiersbach an der L 165 Richtung Ellweiler, das als Gewerbe- und Industriegebiet geradezu ideal sei.
Noch zu wenig profitiert der Kreis nach Meinung des SPD- Vorsitzenden vom Boom auf dem Hahn: "Da müssen wir uns ebenso wie die Stadt noch mehr einbringen." Das bezieht er nicht nur auf die Arbeitsplätze - rund 150 Bürger aus dem Kreis Birkenfeld sind zurzeit dort beschäftigt -, sondern auch auf den Tourismus.
Aufwind erhofft er sich dabei auch von einer Kooperation zwischen allen Städten, die von Ryanair angeflogen werden. Die SPD-Kreistagsfraktion habe auf eigene Initiative bereits erste Kontakte nach Nyköping in Südschweden geknüpft. Mehr Vernetzung: Das müsse auch das Ziel bei der touristische Nutzung des Kreises sein. Der weitere Ausbau des Sironawegs und des Radwegenetzes gehören mit in dieses Paket. Solche Überlegungen dürften keinesfalls an den Kreisgrenzen enden, plädiert der gebürtige Saarländer für eine enge Kooperation mit den umliegenden Nachbarn.
Zufrieden ist der Abgeordnete mit der Entwicklung der Fachhochschule Birkenfeld, nach dem Hahn "eins der größten Konversionsprojekte im ganzen Land". Die Zahl von 1600 Studenten könne sich sehen lassen. Man müsse weiter die Infrastruktur und den ÖPNV verbessern.

Nicht auf einen festgelegt
Bei den Streitkräften regie re vorerst das Prinzip Hoffnung. Wenn allerdings die Amerikaner aus Baumholder weggehen, "könnten wir das nicht allein stemmen", stellt Noss vorsorglich klar.
Auf wichtigen Feldern wie der Jugendarbeit setzt er - wegen der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten - auf ein möglichst starkes ehrenamtliches Engagement. Die Integration der Aussiedler sei nach wie vor ein wichtiges Ziel, "das aber noch nicht überall erreicht ist" - ein mancherorts auch wegen der vereinzelt hohen Gewaltbereitschaft drängendes Problem, das man mit Fingerspitzengefühl angehen müsse.
Man sei bei der Zusammenarbeit im Kreistag nicht auf einen Partner festgelegt, unterstreicht Noss, der auf die gute Zusammenarbeit mit allen Fraktionen verweist. Das Wahlergebnis abwarten und dann sehen, welche Konstellationen möglich sind, lautet die Devise. Ihm liegt daran, "die menschlich angenehme Atmosphäre im Kreistag zu erhalten", die sich auch in den Abstimmungsergebnissen ausdrücke. (kuk)