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Nahe-Zeitung, 02.04.2004

Noss: "Eine Anlaufstelle am Hahn beibehalten"
Rheinland-Pfalz Touristik schließt Büro auf dem Hunsrück-Flughafen - Im Hambachtal machen vor allem Deutsche Urlaub

KREIS BIRKENFELD. Das aus dem Rahmen der großen Betreiber herausstechende Konzept des Hunsrück Ferienparks Hambachtal und das landesweit vorbildliche Engagement der Ortsgemeinde Bundenbach (siehe NZ vom Mittwoch) in Sachen Fremdenverkehr mit zwei ehrenamtlich betriebenen Museen nahm am Montag die Arbeitsgruppe "Tourismus" der SPD-Landtagsfraktion in Augenschein.
"Es tut sich einiges im Kreis Birkenfeld", machte der Birkenfelder Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss seinen Parlamentskollegen Appetit auf die Rundreise, hob dabei die beiden Themenstraßen "Deutsche Edelsteinstraße" und "Hunsrücker Burgen- und Schieferstraße" sowie den "Sironaweg" als kulturhistorischen Wander-, Fahrrad- und Auto-Parcours hervor.

Nicht nur Holländer
Bei der ersten Station ging es vornehmlich um das eigenständige Konzept des Hunsrück Ferienparks im Konzert der "Großen" wie Centerparcs und Gran Dorado. Dort sei auch nicht mehr alles im Lot, erläuterte Geschäftsführer Manfred Gass im Hinblick auf die Übernahme-Vorgänge der letzten Monate. Als kleiner, aber unabhängiger Mitkonkurrent habe man die eigene Position zumindest verteidigen können, nannte Gass eine "befriedigende" Belegungsquote von knapp 70 Prozent für die 1474 Betten des Apartmenthotels, wie es neuerdings heißt. Das entspricht einer Übernachtungszahl von knapp 240 000 in 2003, umgerechnet etwa 60 000 Gäste. Interessant sei bei diesem Vergleich mit den großen Anbietern, dass der Hunsrück Ferienpark nicht bestrebt ist, seine Gäste für die komplette Dauer des Aufenthalts in der Anlage zu behalten, sondern offensiv mit den Sehenswürdigkeiten und Attraktionen der Region wirbt und selbstständig Ausflugsprogramme anbietet, hob Manfred Nieland, 1. Beigeordneter der VG Birkenfeld, hervor.
Dabei sei es ein weit verbreitetes Gerücht, dass hier "nur Holländer" Urlaub machen - auch wenn der Park einen niederländischen Besitzer hat. Seit Jahren liegen die Gäste aus Deutschland mit 80 Prozent weit vorne, die Benelux-Länder folgen mit 15 Prozent. Der Flughafen Hahn wirke sich erst "ganz minimal" aus, erklärte Gass auf Nachfrage. Überraschend: Selbstbucher via Internet haben in der Häufigkeit mittlerweile das klassische Reisebüro-Arrangement hinter sich gelassen.
RPT-Büro macht dicht
Der Ferienpark-Chef er läuterte den Gästen aus Mainz die aktuelle Notlage: Dass der in die Millionen gehende Hagel-Schaden am Dach des subtropischen Erlebnisbades versicherunstechnisch auch fast vier Jahre nach dem Unwetter-Ereignis noch immer nicht abgewickelt ist und dass sein Betrieb dadurch mit den eigentlich längst geplanten Renovierungsmaßnahmen an den Ferienbungalows ins Hintertreffen geraten sei: "Beides gleichzeitig können wir unmöglich stemmen." Hans- Jürgen Noss versprach, den Kontakt zur Investitions-und Strukturbank Rheinland- Pfalz herzustellen, um die Möglichkeit einer zinsgünstigen Kreditüberbrückung zu prüfen.
Der Leiter des Arbeitskreises, Ulrich Seiler (Bad Marienberg), warb für die Entscheidung der Rheinland- Pfalz Touristik, das Büro am Flughafen Hahn zu schließen: "Wenn die Leute landen, wissen sie längst, wo sie hin wollen." Die jährlich 250 000 Euro wären an anderer Stelle besser aufgehoben, etwa mit Werbung in den von Ryanair angeflogenen Regionen in Europa. Noss und Heike Raab (Cochem) plädierten dringend für den Erhalt zumindest einer "Lotsenstation".
Rhaunens Verbandsbürgermeister Wolfgang Becker machte später am Tag den Vorschlag, diese für den Bruchteil der bisherigen Summen bei einem am Hahn ansässigen Reisebüro in Auftrag zu geben. Becker empfahl den Verantwortlichen im Kreis Birkenfeld dringend, sich an den vom Rhein-Hunsrück-Kreis jüngst initierten und gerade im schottischen Ayr ins Leben gerufenen europäischen Netzwerk "Dart" zu beteiligen. (sc)