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19. Sitzung, 14. März 2007

AKTUELLE STUNDE
„Sicherheit bei Fußballveranstaltungen“
auf Antrag der Fraktion der SPD
– Drucksache 15/879 –

Vizepräsident Bauckhage:
Ich erteile Herrn Abgeordneten Noss das Wort.

Abg. Noss, SPD:
Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren!
Irgendwann hat irgendjemand, der vom Fußball etwas verstand, den heute banal und naiv klingenden Satz geprägt: „Fußball, die herrlichste Nebensache der Welt“. Wenn wir uns heute das, was um den Fußball herum vorgeht, vor Augen führen, muss man sagen, das ist beileibe nicht für alle eine Nebensache, sondern für viele ein ganz wichtiger Bestandteil ihres Abreagierens. Das ist mit ein Grund, warum wir heute im Fußball diese Auswüchse haben. Es geht damit nicht zuvorderst um Fußball, sondern es geht einfach um ein Abreagieren und darum, sich ein Ventil zu verschaffen. Das wird dadurch verdeutlicht, dass wir bei den Fans, die wir haben, nicht unbedingt davon sprechen können, dass die Fans von Kaiserslautern in Kaiserslautern den Kampf anfangen, sondern sie treffen sich irgendwo im Namen des Fußballs und kämpfen gegeneinander. Verabredungen werden per Internet im nicht öffentlichen Teil oder per Handy getroffen. Ich finde es in dem Zusammenhang äußerst wichtig, Herr Minister, dass die Landesregierung dort gemeinsam
mit dem Saarland Arbeitsgruppen initiiert hat, die versuchen wollen, geeignete Konzepte zu finden, wie entgegentreten kann. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir die unbeteiligten Fußballfans vor diesen gewaltbereiten Fans schützen,

(Beifall bei der SPD)

eine im Übrigen verhältnismäßig geringe Zahl. Die Fußballfans sind in Kategorien A, B und C eingeteilt. B sind die bedingt Gewaltbereiten, C sind diejenigen, die auf jeden Fall auf Gewalt aus sind. Das sind etwa 8.000 Personen im bezahlten Fußball.
Wenn wir von Zahlen durchschnittlich pro Wochenende in etwa von einer Größenordnung von rund 500.000 Zuschauern ausgehen, so sprechen wir also höchstens von 2 % der Zuschauerzahlen. Ich glaube, das ist eine verschwindend geringe Zahl. Im Übrigen sage ich ganz deutlich, der Fußball und diese Gewaltbereitschaft haben keine luftleeren Räume, weder regional noch was die Ligen betrifft. Wir haben in den Bereichen der Regional- und Oberliga mittlerweile leider ebenfalls die Tendenz, dass dort auch Gewalt um sich greift, genauso wie natürlich in der Bundesliga. Ich sage, jeder Vorfall in der Art, wie er in Kaiserslautern, aber insbesondere in den ostdeutschen Ländern stattfand, ist einer zu viel.

(Glocke des Präsidenten)

In diesem Zusammenhang möchte ich noch ganz besonders Mainz 05 zu ihrem Fanprojekt gratulieren, das vom Land unterstützt wird, und für die Aktion, die am vergangenen Wochenende durchgeführt wurde. Ich glaube, das macht deutlich, die wirklichen Fans des Fußballs haben begriffen, um was es geht.

(Glocke des Präsidenten)

Ich bin sicher, dass wir diese Dinge auch in Ordnung bringen.

(Beifall bei der SPD)