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Staatszeitung, Nr. 10 - 26.03.2007

Krawalle in Stadien verhindern

Heftige Krawalle in Fußballstadien in jüngster Zeit waren Anlass der dritten Aktuellen Stunde. Obwohl größere Ausschreitungen in Rheinland-Pfalz noch nicht an der Tagesordnung sind, will die Landesregierung ihr Sicherheitskonzept für den Fußball auf die Oberliga Südwest ausweiten. Die Sicherheit bei Fußballveranstaltungen wurde durch einen Antrag der SPD-Fraktion Thema im Plenum.
„Es geht den Besuchern um ein Interesse an Sicherheit“, machte Fritz Presl (SPD) die Relevanz des SPD-Antrags deutlich. Auch wenn es in Rheinland-Pfalz noch nicht zu schweren Krawallen gekommen sei, müssten die Ursachen von Gewalt beleuchtet werden. Sicherheitskonzepte und präventive Maßnahmen seien besonders für Fangruppen, indirekte Akteure und rechtsradikale Gruppen bedeutend. Gerade in Sachen Prävention müsse es eine gemeinsame Anstrengung aller am Fußball beteiligten geben, so Presl.

Die Gewalt sei auch in Rheinland-Pfalz angekommen, lautete die Einschätzung von Guido Ernst (CDU). Besonders auf die unteren Ligen hätten sich Krawalle ausgedehnt. „Die Gründe für Gewalt sind sehr vielschichtig. Das macht es auch so schwierig“, sagte Ernst. Reaktionen könnten nur in Form von Repression, Kontrollen und Fanarbeit erfolgen. Dies koste aber Geld und müsse finanziert werden, so Ernst. „Wir müssen unaufgeregt und solidarisch an dieses Phänomen herangehen“, sagte der CDU-Abgeordnete.

„Wir haben schon schlimme Bilder mit ansehen müssen“, betonte Thomas Auler (FDP). Solch gravierende Ausschreitungen wie etwa in Italien seien in Rheinland-Pfalz glücklicherweise noch nicht zu verzeichnen. Dennoch müssten entsprechende Sicherheitskonzepte bei den Behörden vorhanden sein, so Auler.

„Mir macht die derzeitige Entwicklung durchaus Sorgen“, sagte Innenminister Karl Peter Bruch (SPD). Daher gäbe es auch seit dem Jahr 2006 ein Sicherheitskonzept, das ständig weiter entwickelt würde. „Die Polizei in Rheinland-Pfalz ist bereits seit vielen Jahren konzeptionell auf Gewalt in Fußballstadien vorbereitet“, so Bruch. Dennoch müsste besonders die Entwicklung in unteren Ligen beobachtet werden. „Unser Blick darf nicht auf die Bundesligen beschränkt bleiben“, betonte der Innenminister. Außerdem sollen einheitliche Stadienordnungen erstellt und die baulichen und technischen Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien überprüft und ergänzt werden. Zur Umsetzung der Maßnahmen in der Oberliga sei ein „regionaler Ausschuss Sport und Sicherheit Oberliga Südwest“ geplant, erläuterte Bruch.

Besonders im Auge behalten werden müssten Internet und Handys als Forum gewaltbereiter Fans, so Hans Jürgen Noss (SPD). Friedliebende Fans müssten vor Gewalttätern geschützt werden.