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Staatszeitung, Nr. 43 - 27.11.2006

Versicherungsschutz für „Bambinis“

Der Gesetzentwurf der SPD-Fraktion zur Änderung des rheinland-pfälzischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes will künftig den Nachwuchs für die Jugendfeuerwehren besser absichern. Die Gesetzesänderung, die am Mittwoch in erster Lesung beraten wurde, sieht die Schaffung von Vorbereitungsgruppen, so genannter „Bambini-Gruppen“ für Kinder unter zehn Jahren vor. Zu den Jugendfeuerwehren des Landes waren bislang nur Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren zugelassen. Durch die Einrichtung dieser Vorbereitungsgruppen sollen zukünftig auch Kinder zwischen sechs und zehn Jahren in die Feuerwehren einbezogen und somit über die Unfallkasse Rheinland-Pfalz abgesichert werden.
In Rheinland-Pfalz habe man ein „stärker werdendes Interesse“ von Kindern unter zehn Jahren registriert, sich im Bereich der Feuerwehr zu engagieren, sagte Hans Jürgen Noss (SPD). Deshalb seien, besonders im ländlichen Raum, so genannte „Bambini-Gruppen“ bei den Feuerwehren entstanden, um schon die Jüngsten spielerisch an die Ziele der freiwilligen Feuerwehr und des Ehrenamtes heranzuführen. Grundlegendes Problem dieser Gruppen sei bislang der mangelnde Versicherungsschutz für die Kinder gewesen, unterstrich Noss. Erst mit der Vollendung des zehnten Lebensjahres sind Mitglieder der Feuerwehren bislang versichert. Diese Problematik werde nun durch den Gesetzentwurf der SPD abschließend behoben, so Noss. Eine Verpflichtung zur Einrichtung einer „Bambini-Gruppe“ stelle der Gesetzentwurf für die Feuerwehren im Lande aber nicht dar. Diese Entscheidung liege vielmehr im Ermessen der Feuerwehren selber.
„Eine möglichst frühe Einbindung der Kinder steigert die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Bindung an die Feuerwehr“, begrüßte Matthias Lammert (CDU) den Gesetzentwurf der SPD. Schon heute seien landesweit bereits elf solcher „Bambini-Gruppen“ aktiv. Knackpunkt hierbei sei bislang der mangelnde Versicherungsschutz der Unter-Zehn-Jährigen gewesen. Durch die Gesetzesänderung gelte es nun, den Versicherungsschutz über den Landesfeuerwehrverband durch den der gesetzlichen Unfallkasse Rheinland-Pfalz zu ersetzen. Hieran habe die Landesregierung aber bereits bei der Novellierung des Brand- und Katastrophenschutzgesetzes im vergangenen Jahr denken können, kritisierte Lammert.
„Was wären unsere Ortsgemeinden ohne die freiwilligen Feuerwehren“, fragte Thomas Auler (FDP) in die Plenarrunde. Rund 60 000 Ehrenamtliche engagierten sich heute in den 2500 freiwilligen Feuerwehren des Landes und auch das Interesse von Kindern und Jugendlichen in diesem Bereich sei „beträchtlich“. „Nachwuchsförderung kann gar nicht früh genug einsetzen“, betonte auch Auler und kündigte die Unterstützung des Gesetzentwurfs durch seine Fraktion an.
Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) räumte ein, die Landesregierung sei „skeptisch“ gegenüber dem Vorhaben gewesen. Die so genannten „Bambini-Gruppen“ könnten noch keine Feuerwehr sein, sondern lediglich eine spielerische Heranführung an Technik und Ideologie der Feuerwehr leisten, so der Minister. In der weiteren Diskussion über die Gesetzesänderung werde auch darüber zu reden sein, „wie wir die Betreuer betreuen“. Diese müssten Hilfestellungen im Umgang mit kleinen Kindern erhalten.