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Drucksache 15/891 15.03.07

K l e i n e A n f r a g e
der Abgeordneten Hans Jürgen Noss, Carsten Pörksen und Harald Schweitzer (SPD)

und

A n t w o r t
des Ministeriums des Innern und für Sport

Rauchwarnmelder
Die Kleine Anfrage 527 vom 21. Februar 2007 hat folgenden Wortlaut:
Jährlich sind in Deutschland ca. 600 Brandtote zu beklagen. 5 % aller Brandtoten kommen dabei durch die Flammen ums Leben, wohingegen 95 % den Erstickungstod durch die hochgiftigen Brandgase erleiden. Rauchwarnmelder können Brände oder deren Entstehung weit früher erkennen, als dies mit den menschlichen Sinnesorganen möglich ist, und daher die Gefahr einer Ausbreitung wesentlich minimieren. Der Einbau von Rachwarnmeldern kann Leben retten.

Wir fragen die Landesregierung:
1. Wie viele Wohnungsbrände sind in den letzten drei Jahren in Rheinland-Pfalz registriert worden?
2. Wie viele Menschen kamen dabei zu Tode?
3. Bei wie vielen dieser Todesopfer war eine Rauchvergiftung ursächlich?
4. Wie schätzen die rheinland-pfälzischen Feuerwehren die Wirkung und den Nutzen von Rachwarnmeldern in Wohngebäuden ein?

Das Ministerium des Innern und für Sport hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 14. März 2007 wie folgt beantwortet:

Zu 1.:
Die in Rheinland-Pfalz geführte Statistik unterscheidet nur zwischen Gebäudebränden, Fahrzeugbränden und Bränden von sonstigen Objekten. Eine weitere, detaillierte Aufschlüsselung (z. B. nach Wohnungsbränden) wird wegen des damit verbundenen erheblichen zusätzlichen Aufwandes nicht durchgeführt. Dies kann den überwiegend freiwillig-ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen nicht abverlangt werden. Bei Gebäudebränden ergaben sich in den letzten Jahren folgende Zahlen:

Jahr Gebäudebrände
2005 9193
2004 9105
2003 6737

Zu 2.:
Bei Brandeinsätzen rheinland-pfälzischer Feuerwehren wurden insgesamt folgende getötete Personen registriert:

Jahr getötete Personen
2005 16
2004 21
2003 37

Zu 3.:
Bei Brandeinsätzen rheinland-pfälzischer Feuerwehren wurden insgesamt folgende durch Atemgifte getötete Personen registriert:

Jahr durch Atemgift getötete Personen
2005 11
2004 6
2003 17

Zu 4.:
Die langjährigen Einsatzerfahrungen der Feuerwehren zeigen: Brandtote – gerade im Bereich von Wohnungen – sind eigentlich immer Rauchtote. Besonders bei Schwelbränden (z. B. durch Schäden an elektrischen Anlagen oder Geräten) entstehen in der frühen Brandphase bereits tödliche Mengen giftigen Rauches. Es bleiben meist nur wenige Minuten zur Flucht. Schon nach zwei Minuten kann eine Rauchvergiftung zum Tode führen. Schlafende Personen haben in der Regel nur durch den lauten Warnton eines Rauchmelders die Chance, rechtzeitig geweckt zu werden und sich in Sicherheit zu bringen. Es gehört zu den belastendsten Erlebnissen einer Feuerwehrfrau oder eines Feuerwehrmannes, nach einem Wohnungsbrand festzustellen, dass der Tod eines Menschen durch einen einfachen Rauchwarnmelder hätte verhindert werden können.
Gerade die positiven Erfahrungen der letzten Jahre mit installierten Rauchwarnmeldern, die bei einem Entstehungsbrand den entscheidenden Zeitgewinn gebracht haben, bestätigen aus der Sicht der Feuerwehren eindrucksvoll die Wirkung und den Nutzen von
Rauchwarnmeldern in Wohngebäuden. Neben den unmittelbaren Vorteilen für die von einem Brand Betroffenen kann darüber hinaus davon ausgegangen werden, dass es
durch den Einbau von Rauchwarnmeldern auch zu einer frühzeitigeren Alarmierung der Feuerwehr kommt. Die Einsatzkräfte erreichen die Einsatzstelle in einem früheren Stadium der Brandentwicklung. Die Einsatzmaßnahmen werden deutlich früher wirksam.
Dadurch sinkt einerseits das Risiko für die Einsatzkräfte, die eventuell noch zur Menschenrettung und Brandbekämpfung im Innenangriff in das Objekt eindringen müssen, andererseits steigt die Aussicht auf Rettung von noch im Gebäude befindlichen Personen und auf einen schnellen und erfolgreichen Abschluss des Einsatzes. Aus den vorgenannten Gründen sind Rauchwarnmelder auch ein ständiges Thema der Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren. Jede Maßnahme, die den Ausstattungsgrad von Wohnungen mit Rauchwarnmeldern steigert, wird von den rheinland-pfälzischen Feuerwehren vorbehaltlos unterstützt.

Karl Peter Bruch
Staatsminister