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Drucksache 14/3864 24.02.05

G r o ß e A n f r a g e
der Abgeordneten Ernst-Günter Brinkmann, Peter Wilhelm Dröscher, Friederike Ebli, Marianne Grosse, Heribert Heinrich, Jochen Hartloff, Ruth Leppla, Renate Pepper, Joachim Mertes, Hans Jürgen Noss und Günter Rösch (SPD)

Ärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz

Die ambulante, stationäre, präventive und rehabilitative Versorgung der Bevölkerung stehen im Vordergrund eines hochwertigen und leistungsfähigen Gesundheitswesens in Rheinland-Pfalz. Dazu ist es erforderlich, dass die ärztliche Versorgung flächendeckend sichergestellt ist. Das ist in erster Linie die Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenhäuser. Das Angebot einer hohen Qualität der Patientenversorgung in Rheinland-Pfalz muss auch in der Zukunft gewährleistet werden. Dazu ist es erforderlich, dass eine ausreichende Anzahl gut ausgebildeter und auch weitergebildeter Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung:

1. Wie viele Ärztinnen und Ärzte sind in Rheinland-Pfalz berufstätig
1.1 als Hausärztinnen und Hausärzte (untergliedert in Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin und hausärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte anderer Fachrichtungen)?
1.2 als im ambulanten Facharztbereich tätige Ärztinnen und Ärzte (aufgeschlüsselt nach den einzelnen Fachgebieten) sowie als ärztliche Psychotherapeuten?

2. Wie viele Ärztinnen und Ärzte sind in Rheinland-Pfalz im Bereich der stationären Krankenversorgung tätig
2.1 an Akutkrankenhäusern?
2.2 an Einrichtungen zur medizinischen Rehabilitation?
2.3 an psychiatrischen Einrichtungen und Einrichtungen zur Suchtbekämpfung?

3. Wie viele Ärztinnen und Ärzte sind in Rheinland-Pfalz tätig im Bereich
3.1 Forschung und Industrie,
3.2 öffentliches Gesundheitswesen?

4. Wie viele ausländische Ärztinnen und Ärzte sind in Rheinland-Pfalz in welchen Tätigkeitsbereichen in der Gesundheitsversorgung tätig?
4.1 Wie hoch ist der Anteil der in Rheinland-Pfalz tätigen ausländischen Ärztinnen und Ärzte mit Approbation?
4.2 Wie hoch ist der Anteil der in Rheinland-Pfalz tätigen ausländischen Ärztinnen und Ärzte mit einer Berufserlaubnis nach § 10 BÄO?

5. Wie viele Zahnärztinnen und Zahnärzte sind in Rheinland-Pfalz in welchen Tätigkeitsbereichen an der Versorgung beteiligt?

6. Wie hat sich die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte, untergliedert nach den ärztlichen Tätigkeitsbereichen „ambulant“, „stationär“ und „andere Bereiche“, im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den letzten zehn Jahren entwickelt?

7. Wie viele Ärztinnen und Ärzte sind jeweils tätig
7.1 als Ärzte in Weiterbildung (aufgegliedert nach Haus- und Facharztbereich),
7.2 in leitender Position in Kliniken und medizinischen Instituten?

8. Wie viele Ärztinnen und Ärzte sind derzeit in Rheinland-Pfalz arbeitslos gemeldet und welchen ärztlichen Tätigkeitsbereichen gehören sie an?

9. Wie viele Ärztinnen und Ärzte gibt es, die keine ärztliche Tätigkeit im ambulanten, stationären oder sonstigen Bereichen ausüben?

10. Wie viele Ärztinnen und Ärzte sind in den einzelnen ärztlichen Tätigkeitsbereichen in den letzten fünf Jahren ausgeschieden?

11. Wie viele Ärztinnen und Ärzte werden in den einzelnen ärztlichen Tätigkeitsbereichen in den nächsten zehn Jahren ausscheiden?

12. Wie hat sich das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte in den letzten zehn Jahren entwickelt?

13. Wie beurteilt die Landesregierung die flächendeckende ambulante hausärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz?

14. Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über Versorgungsbereiche, die unter der Unterversorgungsgrenze der Bedarfsplanungsrichtlinie von 75 Prozent liegen?

15. Wie beurteilt die Landesregierung die Altersstruktur bei der hausärztlichen Versorgung im Verhältnis zu den anderen Bundesländern?

16. Welche Erkenntnisse hat sie über die Wiederbesetzung von frei werdenden Arztpraxen?

17. Welche Erkenntnisse hat sie über die Niederlassungsfreiheit von Haus- und Fachärzten in Rheinland-Pfalz?

18. Welche Bedeutung misst sie den Hausärztinnen und Hausärzten im künftigen Gesundheitswesen bei und wie beurteilt sie deren Lotsenfunktion im Gesundheitssystem?

19. Welche wichtigen Aufgaben sollen aus ihrer Sicht Hausärztinnen und Hausärzte beim Aufbau und der Funktion einer Versorgungskette wahrnehmen?

20. Welche Aufgaben ergeben sich für die Hausärztinnen und Hausärzte bei der Umsetzung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ im Bereich der Therapie, Rehabilitation und Pflege?

21. Welche Bedeutung misst sie der wohnortnahen Versorgung durch Hausärztinnen und Hausärzte bei?

22. Wie beurteilt sie die im GKV-Modernisierungsgesetz festgeschriebene Möglichkeit für die Krankenkassen, für ihre Versicherten mit Hausärztinnen und Hausärzten „Versorgungsverträge“ abzuschließen?

23. Wie beurteilt sie die Möglichkeit der gesetzlichen Krankenkassen, mit den Hausärztinnen und Hausärzten durch verschiedene Versorgungsformen „Boni“ zu vereinbaren?

24. Wie beurteilt die Landesregierung den Sicherstellungsauftrag für die ärztliche Versorgung durch die Kassenärztliche Vereinigung?

25. Welche Bedeutung misst sie der Errichtung medizinischer Versorgungszentren bei?

26. Wie beurteilt die Landesregierung die Abschaffung des Arztes im Praktikum zum 1. Oktober 2004 im Hinblick auf eine weitere Verbesserung der Versorgung mit Ärztinnen und Ärzten?

27. Wie beurteilt die Landesregierung die Beschlüsse des 107. Ärztetages, wonach
27.1 die Möglichkeit geschaffen werden soll, in eigener Praxis oder Praxisgemeinschaft Kolleginnen und Kollegen anzustellen?
27.2 die strikte Bindung des Arztes an den Praxissitz aufgegeben werden soll?
27.3 die Möglichkeit geschaffen werden soll, über den Praxissitz hinaus in verschiedenen Kooperationsformen ärztlich tätig sein zu können (Teilgemeinschaftspraxen, überörtliche Gemeinschaftspraxen)?
27.4 es ermöglicht werden soll, erweiterte Kooperationsformen mit Angehörigen anderer akademischer Heilberufe, Naturwissenschaftlern bzw. Mitarbeitern sozialpädagogischer Berufe einzugehen?

28. Wie viele Vollzeitstellen für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sind erforderlich, um die Aufrechterhaltung einer ärztlichen Versorgung auf Facharztniveau sicherzustellen (aufgegliedert nach den einzelnen Facharztgebieten sowie nach stationären und ambulanten Einrichtungen)?

29. Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über vertragliche Vereinbarungen zwischen Einrichtungen der stationären Krankenhausversorgung zur gemeinsamen Durchführung strukturierter Weiterbildungsprogramme?

30. Welche Möglichkeiten sieht die Landesregierung, die Zusammenarbeit von Weiterbildungsstätten im Rahmen arbeitsteilig gegliederter Programme zu fördern?

31. Welche Einrichtungen zur Weiterbildung im Rahmen der gegliederten Weiterbildungsprogramme gemäß § 29 Absatz 2 Heilberufegesetz sind der Landesregierung bekannt?

32. Welche Erkenntnisse hat sie über die Neufassung der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer?

33. Wie beurteilt sie die Entwicklung der Zahl der Studierenden im Fach Humanmedizin?

34. Welche Erkenntnisse hat sie über die Entwicklung der Zahl der Absolventen im Fach Humanmedizin?

35. Welche Erkenntnisse hat sie über den „Verlust“ an Medizinstudenten im Verlauf und nach Abschluss der Ausbildung zum Arzt?

36. Wie beurteilt sie die Tatsache, dass nach dem Medizinstudium viele Ärztinnen und Ärzte nicht im Bereich der Patientenversorgung tätig werden?

37. Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über den von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung prognostizierten Rückgang der Vertrags-/Facharztzahlen?

38. Gibt es Erkenntnisse, dass in einzelnen Facharztbereichen die Anzahl der tätigen Fachärztinnen und Fachärzte abgenommen hat?

39. Welche Probleme sieht die Landesregierung im Bereich der stationären Krankenversorgung, wenn das Arbeitszeiturteil des Europäischen Gerichtshofs voll umgesetzt wird?

40. Bei welchen Facharztgruppen ist ein Rückgang festgestellt worden?

41. Wie beurteilt die Landesregierung die Aussage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dass die Gefahr einer Überalterung der Deutschen Ärztegesellschaft besteht und dass sie zugleich ein Nachwuchsproblem hat?

Große Anfrage Brinkmann, Dröscher, Ebli, Grosse, Heinrich, Hartloff, Leppla, Pepper, Mertes, Noss, Rösch SPD 24.02.2005 Drs 14/3864
Antwort MASFG 08.04.2005 Drs 14/4024
Antrag SDP auf Besprechung im LT
Unterrichtung LTPräs 11.05.2005 Drs 14/4135
PlPr 14/96 03.06.2005 S. 6416-6424
* Für erledigt erklärt